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NHL: Alexander Sulzer hat einen neuen NHL-Club

Am letzten Wechsel-Tag der Winter-Transfer-Periode war einiges Los, auch wenn der größte prognostizierte Deal nicht statt fand. Wir haben die Gewinner und Verlierer der NHL-Trades.

Auch wenn der große Preis, Blue Jackets-Stürmerstar Rick Nash, diesmal nicht über die NHL-Wechsel-Theke ging, war doch am letzten Tag vor der Trade-Deadline viel los. Wir haben die Gewinner und Verlierer des Wechsel-Reigens für Sie.

Top

Nashville Predators

Nachdem die Verteidigung durch die frühere Verpflichtung von NHL-Veteran Hal Gill bereits gestärkt worden war, konnten die Predators mit Andrei Kostitsyn auch noch einen Top-Angreifer für die beiden ersten Reihen an Bord holen und kurz vor der Deadline wurde noch der große Center Paul Gaustad von den Buffalo Sabres verpflichtet werden. Kostitsyn kam in Montréal nicht mehr zurecht und trifft in Nashville auf seinen jüngeren Bruder Sergei. In Nashville hat er nun die Chance, sich für einen großen Vertrag zu empfehlen, im Sommer wird er unrestricted free agent (UFA). Das gleiche gilt für Gaustad, für den die Predators einen Erstrunden-Pick im NHL-Draft abgeben mussten, aber beide Spieler können in den Playoffs noch eine wichtige Rolle für den Club spielen.

Buffalo Sabres
Die Sabres durften nach Christian Ehrhoff und Jochen Hecht mit Alexander Sulzer den dritten deutschen Spieler begrüßen, der zusammen mit Cody Hodgson von den Vancouver Canucks  kam. Beide sollte dem Team deutlich mehr Tiefe geben, vor allem Center Hodgson, der bei den Canucks hinter Henrik Sedin und Ryan Kessler nie richtig zum Zuge kam, aber dafür trotzdem ordentliche Statistiken aufbieten konnte. Die Sabres verließen Zack Kassian und Marc-Andre Gragnani, allemal ein guter Wechsel für das Team. Für Paul Gastad, der in den langfristigen Planungen keine Rolle mehr spielte, luchsten die Sabres den Predators sogar einen Erstrunden-Pick im NHL-Draft ab.

San Jose Sharks
Rick Nash konnte das Team von Goalie Thomas Greiss zwar nicht landen, aber dafür fanden mit Daniel Winnik und T.J. Galiardi zwei große und toughe Angreifer von der Colorado Avalanche den Weg nach Kalifornien. Beide Neuzugänge zeigten sogleich beim 1:0-Sieg über die Philadelphia Flyers, wie wichtig sie für die Sharks sein können, blockte Winnik in der Schlussminute doch einen Schuss und Galiardi hatte in der Offensive einige gute Szenen. Für die beiden Neuankömmlinge mussten Jamie McGinn und einige Nachwuchsspieler den Club verlassen.

Tampa Bay Lightning
Viel getan hat sich bei der Lightning im Versuch von GM Steve Yzerman, das Team zu verjüngen. Nachdem an den Tagen vor der Trade-Deadline bereits Dominic Moore, Pavel Kubina und Steve Downie abgegeben wurden, erwarb Yzerman den vielversprechenden Verteidiger Keith Aulie von den Toronto Maple Leafs und Brian Lee von den Ottawa Senators, der 2005 an neunter Stelle gedraftet worden war, am letzten Tag der Wechselperiode. Dafür verließen Ashton Carter (Maple Leafe) und Matt Gilroy (Senators) das Team. Beide Neuzugänge haben das Zeug dazu, in den kommenden Jahren regelmäßig für die Lightning zum Einsatz zu kommen.

Boston Bruins
Durch die Verletzungen von Rich Peverley und  Nathan Horton waren die Bruins gezwungen zu handeln, die Verpflichtung von NHL-Veteran Brian Rolston kam dann aber doch etwas überraschend. Rolston war erst kürzlich von den New York Islanders auf Waiver gesetzt worden, kann mit seinem harten Schuss aber immer noch für das eine oder andere Tor im Powerplay sorgen. Mit Greg Zanon von Minnesota Wild kam ein weiterer altgedienter NHL-Spieler nach Boston, gegen den schwer zu spielen ist. Zanon könnte schnell zu einem Lieblingsspieler von Coach Claude Julien werden.

Flop

Columbus Blue Jackets
Wie sich herausgestellt hat, war es nicht das Team, sondern Kapitän Rick Nash, der darum bat, den Club zu wechseln.  Den Blue Jackets - die den Preis für ihren Star natürlich recht hoch ansetzten - gelang es nicht, ein vernünftiges Paket für Nash zu bekommen und so muss der Kapitän bis zum Saisonende bleiben. Im Sommer wird dann ein neuer Anlauf auf dem Transfermarkt unternommen werden. Hoffenltlich wird der unzufriedene Kapitän bis dahin ruhig bleiben. Bei der 2:5-Niederlage gegen Detroit Red Wings traf er zumindest schon einmal wieder.

Toronto Maple Leafs
Kein Rick Nash und kein neuer Goalie in Sicht. Nach der Niederlage auf dem Transfermarkt folgte auf dem Eis ein 3:5 gegen die Florida Panthers. Die Fanseele in Toronto kocht nach der neunten Pleite in den letzten zehn Spielen und fordert den Kopf von Coach Ron Wilson, dabei war es Generalmanager Brian Burke, der sich entschloss, vor der Trade-Deadline kaum etwas am Team zu ändern.

Dallas Stars
Die Stars hatten großes Interesse daran, Steve Ott und Mike Ribeiro abzugeben, aber ihr Hauptziel James van Riemsdyk von den Philadelphia Flyers war nicht zu erhalten, obwohl die Flyers angeblich auch Interesse an Ott hatten. 

Senators überraschend gut

Zum Schluss wollen wir diese Woche noch zu dem Überraschungsteam dieser Saison kommen: den Ottawa Senators. Hatten die Kanadier in der Vorsaison in dieser Wechselperiode noch einen Haufen gestandener NHL-Profis abgegeben, so blieb diesmal alles ruhig in Kanadas Osten. Aber es gibt auch keinen Grund dazu.

Die Senators setzten diese Saison unter Rookie-Coach Paul McLean zu einem ungeahnten Höhenflug an, der sie mit dem vorläufigen Höhepunkt des 1:0-Sieges über die Boston Bruins bis auf den fünften Platz der Eastern Conference und den zweiten Rang der Northeast Division einen Punkt hinter den Bruins führte - allerdings bei vier absolvierten Spielen mehr.

Grund für den Aufschwung der Senators sind die jungen Spieler, allen voran Verteidiger Erik Karlsson (21 Jahre), der mit 65 Punkten die NHL-Verteidiger anführt, satte 23 mehr als sein ärgster Verfolger Brian Campbell von den Florida Panthers. "Wir haben einige Jungs, richtig junge Spieler, die richtig gut spielen", lobte Kapitän Daniel Alfredsson seine Rasselbande so auch laut espn.com.

Henning Schulz

sportal.de / sportal

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