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Renata Voráčová Auch tschechische Tennisspielerin ausgewiesen: Was ihren Fall von dem Djokovics unterscheidet

Eine junge weiße Frau in schwarzem Shirt mit roten Akzenten hält lächelnd einen gläsernen Pokal mit silbernem Fuß hoch
Die tschechische Doppel-Spezialistin Renata Voracova (Archivbild von 2014) hat Australien relativ lautlos den Rücken gekehrt
© Jiji Press / AFP
Ob Tennis-Star Novak Djokovic nun nach Australien einreisen darf oder nicht, entscheiden nun die Gerichte. Auch die tschechische Doppel-Spezialistin Renata Voráčová hat Probleme mit ihrem Australien-Visum bekommen – und anders reagiert.

Die Causa Novak Djokovic beschäftigt inzwischen die australischen Gerichte. Die Frage, ob der serbische Tennis-Champion für die Australian Open einreisen darf, ist nun ein Fall für die Juristen. Montagmorgen hat ein Gericht in Melbourne dem Einspruch Djokovics gegen die Verweigerung seiner Einreise nach Australien ist stattgegeben. Allerdings hatte die Regierung bereits vor der Verhandlung angekündigt, sie erwäge im Falle einer Aufhebung der Einreiseverweigerung weitere Schritte, um Djokovic weiter das Visum zu verweigern. Das bestätigte der Regierungsanwalt Christopher Tran zum Ende der Verhandlung. Der Ausgang dieses Streits bleibt also weiterhin ungewiss.

Klarheit herrscht dagegen im Fall Renata Voráčová. Die tschechische Tennisspielerin ist Doppel-Spezialistin und wird in der Einzel-Weltrangliste nicht einmal geführt. Im Doppel-Ranking liegt die 38-Jährige auf Platz 81. Vielleicht weil sie weniger prominent ist, schlägt ihr Fall nicht so hohe Wellen. Dabei ist er noch etwas absurder. Denn wie der Sender ABC vergangenen Freitag berichtet hat, soll Voráčová bereits im vergangenen Monat nach Australien eingereist sein und sogar schon an einem der Vorbereitungsturniere in Melbourne teilgenommen haben.

Corona-Regel soll nur für Australier gelten

Voráčová soll in den vergangenen sechs Monaten mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein. In einem von australischen Medien veröffentlichten Memo an die Spieler heißt es, eine kürzlich überstandene Corona-Infektion könnte eine vollständige Impfung überflüssig machen. Nach Angaben der australischen Regierung gilt dies jedoch nur für australische Bürger. Der Gesundheitsminister habe den Verband darauf im November auch hingewiesen.

Voráčová sei laut Medien ebenfalls in das Hotel gebracht worden, in dem bereits Djokovic untergebracht ist. In der umstrittenen Einrichtung halten die Behörden auch von der Abschiebung bedrohte Migranten fest. Voráčová sei demnach am Donnerstag von australischen Grenzbeamten darüber informiert worden, dass ihr Visum ungültig sei und sie bald das Land verlassen müsse. Weil sie nun nicht richtig trainieren könne, habe Voráčová ihrer Ausreise zugestimmt. Am Samstag verließ sie Medien zufolge das Land mit einem Flug Richtung Dubai.

Renata Vocarova bezeichnet Hotel als "Gefängnis"

Sie sei sich ein bisschen wie in einem Gefängnis vorgekommen, sagte die 38-Jährige zuvor der Prager Zeitung "MF Dnes". Sie habe ihr Zimmer nicht verlassen dürfen, auf dem Flur und unter ihrem Fenster hätten Wachleute gestanden. "Glauben die etwa, dass ich springe und flüchte", wunderte sie sich.

Djokovics Anwälten zufolge liefen alle Anträge, ihn in einer anderen Einrichtung unterzubringen, ins Leere. Die serbische Regierung sorgte nach Angaben von Ministerpräsidentin Ana Brnabic inzwischen aber dafür, dass er "glutenfreies Essen, Trainingsgeräte und einen Laptop bekommt".

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Novak Djokovic berät über die nächsten Schritte

Nach dem erfolgreichen Einspruch gegen das Einreiseverbot für Djokovic berät der sich nach Angaben seines Bruders Djordje Djokovic derzeit mit seinen Anwälten über das weitere Vorgehen. Er sei im Büro seiner Anwälte, sagte Djordje Djokovic dem serbischen TV-Sender TV Prva. "Er geht aktuell alle Optionen durch", sagte der Bruder des Weltranglisten-Ersten. "Das war eine große Niederlage für die australische Regierung, und sie tun sich schwer damit." Serbische Berichte, wonach Djokovic in Melbourne nach dem Verlassen des Abschiebehotels von der Polizei wieder in Gewahrsam genommen worden sei, bestätigten sich nicht.

Doch anders als im Fall Voráčová ist ein relativ lautloses Ende des Streits zwischen Australien und Djokovic schon lange ausgeschlossen.

mit Agenturmaterial

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