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Scharfe Kritik "Lässt uns wie Idioten aussehen": Tsitsipas teilt gegen Djokovic aus

Novak Djokovic steht im Zentrum eines Einreise-Corona-Impf-Tsunamis
Novak Djokovic steht im Zentrum eines Einreise-Corona-Impf-Tsunamis
© Paul Crock / AFP
Normalerweise herrscht in der Tenniswelt große Harmonie nach außen, doch im Fall von Djokovic hat die Nummer vier der Welt, Stefanos Tsitsipas, den Kollegen scharf kritisiert. Auch die deutsche Spielerin Angelique Kerber äußerte sich verhalten, aber deutlich.

Seit über einer Woche hält Novak Djokovic die Tenniswelt in Atem – und nicht nur die. Sein Fall hat sich zu einem gewaltigen Politikum in Australien entwickelt. Weltweit gibt es harsche Kritik am Weltranglistenersten, dessen Visum vom Einwanderungsminister Alex Hawke erneut annulliert wurde, nachdem ein Gericht das erste Einreisverbot der Behörden aufgehoben hatte. Der australische Premierminister Scott Morrison begrüßte die Entscheidung. Und man darf davon ausgehen, dass auch die Mehrheit der Australier dahinter steht.

Nur unter den Tennisprofis ist es auffallend ruhig. Öffentliche Kritik gab es bislang nur sehr verhalten – bis die Nummer vier der Weltrangliste, Stefanos Tsitsipas einem indischen TV-Sender vor der erneuten Annullierung von Djokovic Visum ein Interview gab. Tsitsipas sprach etwas aus, was vermutlich viele über das Verhalten von Djokovic denken: "Wir haben uns alle an die Regeln gehalten, um nach Australien zu kommen und am Turnier teilzunehmen. Und wir haben uns dabei sehr diszipliniert verhalten", sagte der Grieche. "Eine sehr kleine Minderheit hat sich entschieden, ihren eigenen Weg zu gehen. Das lässt die Mehrheit irgendwie wie Idioten aussehen."

Angelique Kerber "versteht die Menschen"

Aber auch andere betrachten das Verhalten von Djokovic sehr kritisch, auch wenn die Statements bislang diplomatisch zurückhaltend waren. So äußerte sich die deutsche Tennisspielerin Angelique Kerber zur Anti-Djokovic-Stimmung im Land: "Ich verstehe die Menschen hier definitiv", sagte Kerber vorsichtig. "Regeln sind Regeln, die für alle gelten, egal ob man Nummer eins ist oder Qualifikant."

Schon vor Tagen hatte sich mit Rafael Nadal einer der größten Konkurrenten Djokovics zu Wort gemeldet. Der Spanier hat wie sein Rivale 20 Grand-Slam-Titel gewonnen und tritt ebenfalls bei den Australian Open an: "Jeder sollte seine eigenen Entscheidungen treffen, daran habe ich keinen Zweifel. Aber jede Entscheidung hat ihre Konsequenzen", sagte Nadal. Dass er in der Frage des Impfens ein andere Haltung hat, machte Nadal deutlich: "Alle wichtigen Institutionen und die Wissenschaft haben gesagt, dass der Impfstoff der Weg ist, um diese Pandemie, die wir in den letzten 20 Monaten erlebt haben zu stoppen. Also versuche ich, dem zu folgen."

Quellen: "Eurosport", "Sky sport", DPA

tis

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