Rad-WM Arndt holt Bronze


Judith Arndt hat die deutsche Erfolgsserie bei der Rad-WM in Varese fortgesetzt: Die 32-jährige Leipzigerin fuhr im Straßenrennen der Frauen zu Bronze. Den Weltmeistertitel holte im Schlussspurt die Olympiasiegerin Nicole Cooke. Die Silbermedaille sicherte sich die Niederländerin Marianne Vos.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) durfte sich nach fünf Wettkampftagen in Varese über die fünfte Medaille freuen. "So weit ich mich erinnern kann, hatten wir vor WM-Ende noch nie eine solche Ausbeute", sagte BDR-Vize Udo Sprenger, nachdem die BDR-Athleten je einmal Gold und Silber sowie dreimal Bronze eingefahren haben.

Judith Arndt, die wie alle deutschen Straßenfahrer und - Fahrerinnen bei den Olympischen Spielen im August in Peking enttäuscht hatte und bei der Medaillenvergabe leer ausgegangen war, wurde in gewissem Sinn Opfer ihrer eigenen Taktik. In der entscheidenden Schlussrunde hatten sowohl sie als auch Trixi Worrack (Cottbus), die in der Endabrechnung Fünfte wurde, immer wieder attackiert. Offensichtlich waren sie dann aber im Finale auf den letzten 2000 Metern mit ihren Kräften am Ende. Den entscheidenden Spurt eröffnete Vos, die wenige Meter vor der Ziellinie Cooke jedoch passieren lassen musste. Arndt war gezwungen, quasi tatenlos zuzusehen.

Bei der Siegerehrung verzog sie keine Miene

Die Weltcup-Siegerin und Gewinnerin der Toskana-Rundfahrt vor einer Woche verzog bei der Siegerehrung kaum eine Miene. Zum Siegerfoto hatte sie ihr Lächeln aber wiedergefunden. Die Arndt- Medaille war dennoch der krönende Abschluss für Jochen Dornbusch als Bundestrainer der Frauen. Der 51-Jährige verlässt den BDR zum Saisonende und führt von 2009 an die Geschicke der Equipe Nürnberger Versicherung. Unter Dornbusch holten die deutschen Frauen bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen 31 Medaillen.

"Die spurtstärkeren Vos und Cooke waren einfach nicht abzuschütteln. Unsere Fahrerinnen haben alles richtig gemacht. Wir waren zwar ins Rennen gegangen, um Gold zu holen - mit Bronze kann aber doch sicher auch zufrieden sein. Das war ein schönes Abschiedsgeschenk für mich", sagte Dornbusch.

Fast das gesamte Rennen wurde von einer zwölfköpfigen Spitzengruppe beherrscht, die sich schon am Ende der ersten von acht Runden zusammengefunden hatte. Doch zu Beginn der Schlussrunde über 17,3 Kilometer hatte das Feld aufgeschlossen und der WM-Poker begann erneut. Schnell hatte sich die Fünfergruppe gefunden, die den Titel unter sich ausmachen sollte.

Andreas Zellmer/DPA DPA

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