Radsport Dopingkontrollen bei Lance Armstrong


Der Radprofi und mehrmache Tour-Sieger Lance Armstrong musste in den vergangenen Tage zwei unangemeldete Dopingkontrollen über sich ergehen lassen. Und ist in den vergangenen Monaten bereits mehrmals getestet worden. Armstrong arbeitet an seinem Comeback. Um seine Leistungen hatte es immer wieder Dopinggerüchte gegeben.

Lance Armstrong hat sich seit seiner Ankunft im australischen Adelaide am vergangenen Wochenende mindestens zwei unangekündigten Doping-Kontrollen unterziehen müssen. Der 37 Jahre alte Radprofi habe am Donnerstagnachmittag nach einer fünfstündigen Trainingseinheit und am Freitagmorgen um acht Uhr Blut- und Urinproben abgeben müssen. Das berichtete die australische Tageszeitung "The Age".

Auf einer Pressekonferenz am Samstag in Adelaide bestätigte der siebenmalige Sieger der Tour de France diese Tests und erklärte, er sei allein in der Vorbereitungsphase in den vergangenen Monaten zwölfmal getestet worden. "Ich fordere jeden heraus, mir einen (Sportler) zu zeigen, der sich in den vergangenen drei Monaten zwölf Tests unterzogen hat". Das sei "das größte Anti-Doping-Programm in der Geschichte des Sports". Die Diskussion über Doping dürfe sich nicht auf den Radsport beschränken. "Lasst uns auch über Tennis, Fußball und alle (in Dopingaffären) Verwickelten reden", forderte er.

Zu den Diskussionen um seine Person und den Radsport allgemein vor allem in Deutschland sagte Armstrong, er sei kein Deutscher und er habe auch nicht vor, nach Deutschland zu reisen. "Mich interessiert nicht, ob die Tour (de France) in Deutschland (im Fernsehen) läuft oder nicht", sagte der Amerikaner. Er verstehe aber, dass die Sponsoren enttäuscht seien und viele auch dem Radsport den Rücken kehrten.

Für die am Dienstag beginnende Tour Down Under, bei der Armstrong nach dreieinhalb Jahren Pause sein Comeback startet, sind bereits mehr als 200 Doping-Tests angekündigt. Sportministerin Kate Ellis sprach in der "Herald Sun" vom "konsequentesten Anti-Doping-Programm, das jemals bei einem Radrennen in Australien zum Einsatz kam". Einzelne Fahrer könnten bis zu dreimal pro Tag getestet werden. Die Blut- und Urin-Proben werden für acht Jahre eingefroren und bei der australischen Anti-Doping-Agentur Asada gelagert.

Armstrong sah sich immer wieder Dopingvorwürfen ausgesetzt, hat aber stets bestritten, je gedopt zu haben. An diesem Sonntag absolviert der Texaner in Adelaide ein Kriterium zum Tour-Auftakt, dessen Ergebnis nicht in die Gesamtwertung einfließen wird. Er sei ebenso motiviert wie unsicher, sagte Armstrong am Samstag. In den zwei Jahren vor seinem Rücktritt 2005 sei der Sport "zur Arbeit geworden". "Jetzt habe ich wieder die Leidenschaft zurück gewonnen".

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker