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Radsport: Juan Jose Cobo siegt bei der Spanien-Rundfahrt

Vor einem Vierteljahr musste er noch von seinem Team regelrecht angeschubst werden. Nun triumphierte Juan José Cobo völlig überraschend bei der Vuelta.

Juan José Cobo hat bei der Spanien-Rundfahrt ein unglaubliches Comeback gefeiert. Vor drei Monaten wollte er mit dem Radsport aufhören, sein Geox-Team kam sogar nur mit einer Wild Card ins Rennen. Am Ende kürte sich der 30-Jährige in Madrid zum Gesamtsieger der 66. Vuelta. "Ich bin überglücklich, dass es so aufgegangen ist", sagte der Spanier.

Nach insgesamt 3356 Kilometern verwies er die beiden Briten Christopher Froome (+ 13 Sekunden), der bis zuletzt verbissen gekämpft hatte, und Bradley Wiggins (+1:39) auf die Plätze zwei und drei. Die als Favoriten gestarteten Vincenzo Nibali (Italien), Joaquim Rodriguez (Spanien) und Denis Menchov (Russland) blieben ohne Chance.

Cobo hatte genug vom Radsport

Cobos Initialzündung für den späteren Gesamtsieg war sein siegreicher Ritt auf den legendären Angliru. Danach hatte er offen über harte Zeiten gesprochen: "Anderthalb Jahre litt ich an Depressionen. Es sprangen keine Ergebnisse für mich heraus, mir fehlte die Motivation. Mein Team hatte mich gebeten, noch bis Vertragsende weiterzufahren und den Radsport, soweit es geht zu genießen". Nach seinem unerwarteten Triumph in Madrid hat der Kletterspezialist wahrscheinlich noch einige gute - vor allem besser bezahlte - Jahre vor sich.

Nachdem die Favoriten um den Vorjahressieger Nibali schnell aus dem Rennen waren, hatte sich Cobo zuletzt nur noch der beiden Briten Wiggins und Froome zu erwehren. Aber der Mann im Roten Trikot parierte alle Angriffe. Die Konstanz in Person war David Moncoutié: Der Franzose sicherte sich zum vierten Mal in Serie das Bergtrikot.

Deutsche Fahrer mit guten Resultaten 

Den letzten Tagessieg sicherte sich nach 95,6 Kilometern der Slowake Peter Sagan vom Team Liquigas. Vierter wurde John Degenkolb aus Gera. Ohnehin machten die deutschen Starter bei der Spanien-Tour eine gute Figur. Sprinter Marcel Kittel (Arnstadt/Skil-Shimano) gewann ebenso eine Etappe wie Zeitfahr-Spezialist Tony Martin.

Bei seinem Erfolg verwies Martin, der im kommenden Jahr für Quick-Step-Pharma-Omega fahren wird, in Salamanca die versammelte Weltspitze souverän auf die Plätze. Für die Zeitfahr-WM am 21. September in Kopenhagen gilt der 26-Jährige nun als Topfavorit. "Die Vuelta diente mir als ideale Vorbereitung für die Titelkämpfe", sagte Martin, der nach der Etappe am vergangenen Donnerstag ausgestiegen war und früher als die anderen deutschen WM-Kandidaten in die dänische Hauptstadt reist.

sportal.de / sportal

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