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SALT LAKE CITY: Nordkorea sagt Olympia-Teilnahme ab

Überraschend sagte Nordkorea die Teilnahme an den olympischen Winterspielen in Salt Lake City ab - angeblich wegen einer Erkrankung von IOC-Mitglied Ung Chang.

Entgegen einer Abmachung mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wird sich Nordkorea nicht an den Winterspielen in Salt Lake City beteiligen. IOC-Generaldirektor Francois Carrard teilte am Sonntag in der Olympia- Stadt mit, dass das Nationale Olympische Komitee (NOK) des Landes weder mit Athleten noch Funktionären vertreten sein wird. Das nordkoreanische IOC-Mitglied Ung Chang habe wegen einer Erkrankung abgesagt.

Äußerung von Bush die Ursache

In der IOC-Spitze wird vermutet, dass die überraschende Nichtteilnahme mit der Rede an die Nation von US-Präsident George W. Bush am vergangenen Dienstag in Verbindung gebracht werden kann. Dabei hatte Bush Nordkorea neben Iran und Irak einer »Achse des Bösen« zugeordnet, »welche den Weltfrieden bedroht«. Zudem sagte der Präsident über das kommunistisch regierte Nordkorea, »dass es mit Raketen und Massenvernichtungsmitteln bewaffnet ist, während es gleichzeitig seine Bevölkerung verhungern lässt«. Offiziell gab Carrard als Grund an, dass Nordkorea sich mit keinen Sportlern qualifiziert habe.

Nordkorea hätte auch mit »Wildcard« teilnehmen können

Noch im Januar hatte sich IOC-Präsident Jacques Rogge mit den NOKs von Nord- und Südkorea darauf geeinigt, dass die Sportler des geteilten Landes wie bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2000 in Sydney Arm in Arm einmarschieren. Falls sich kein nordkoreanischer Sportler sportlich für Salt Lake City qualifizieren würde, hätten Athleten auf Grund einer vom IOC vergebenen »Wild Card« an den Wettkämpfen teilnehmen können. Bei den letzten Winterspielen 1998 in Nagano waren acht Nordkoreaner an den Start gegangen.

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