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Schulz-Comeback: "Weicher Riese" wild entschlossen

Bei seiner umstrittenen Niederlage gegen Box-Opa George Foreman fightete sich Axel Schulz in die Herzen der Deutschen. Nach sieben Jahren Abwesenheit steigt der "Weiche Riese" wieder in den Ring. Mit Kirmesboxen hat das nichts zu tun.

Vier Tage vor seinem Comeback hat sich Box-Profi Axel Schulz entschlossener, aber zurückhaltender als in früheren Jahren präsentiert. "Ich habe alles getan, um erfolgreich zu sein. Was es wert ist, wird man im Kampf sehen", sagte der 38 Jahre alte Schwergewichtler am Dienstag in Gütersloh vor rund 75 Medienvertretern. Er habe eigentlich gar nichts sagen wollen. "Das ist doch alles Schwachsinn, was ich hier erzähle."

Schulz-Gegner mit viel Respekt

Schulz (26 Siege, 4 Niederlagen, 1 Unentschieden) hat sich für sein in Halle/Westfalen stattfindendes Comeback in den USA bei Trainer Richard Conti vorbereitet. "Wir haben sechs Monate hart gearbeitet. Axel ist topfit, er ist ein Champion", sagte der Amerikaner. Von einer Favoritenrolle wollte das Management des Deutschen, der in den 90er Jahren drei Mal vergeblich um die Weltmeisterschaft gekämpft hat, aber nichts wissen. "Favorit ist der, der die vergangenen Jahre geboxt hat, nicht wir", betonte Manager Wolfram Köhler.

Schulz' Gegner Brian Minto (27 Kämpfe/26 Siege) vermittelte bei seinem ersten Auslandsauftritt einen unscheinbaren Eindruck. "Ich habe sehr großen Respekt vor Axel", bekannte der 31 Jahre alte Amerikaner, der von Schulz persönlich ausgewählt wurde und der eine so hohe Börse erhält wie nie in seiner erst vier Jahre währenden Profi-Karriere. "Das ist der Platz, um der Welt zu zeigen, dass Brian ein großer Kämpfer ist", sagte Manager Pat Nelson über seinen Klienten, der nur 1,80 Meter groß und damit elf Zentimeter kleiner ist als sein deutscher Kontrahent.

Buffer wieder Ringsprecher

Die Rückkehr von Schulz in den Boxring hat das erwartet große Interesse gefunden. Das fast 12 000 Zuschauer fassende überdachte Gerry-Weber-Stadion im ostwestfälischen Halle ist praktisch ausverkauft. "Wir haben noch einmal etwa 200 Karten in den Verkauf gegeben, mehr gibt es nicht", sagte Veranstalter Ralf Weber.

Für den Kampfabend haben sich weit über 300 Journalisten akkreditieren lassen. Das RTL überträgt von 22.00 Uhr an live und erwartet dazu über 1300 VIP-Gäste, darunter Verona Pooth, Heiner Lauterbach, Udo Lindenberg, Heino und Rudi Aussauer. Ringsprecher wird der legendäre Michael Buffer sein, der die Kämpfe von Schulz bei RTL bereits in dessen Zeit Mitte der 90er Jahre angesagt hat.

DPA

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