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Ski-WM, Riesenslalom Nur Blech - Riesch in der "Hölle" gestürzt


Was für ein Pech für Maria Riesch im WM-Riesenslalom in Garmisch: Als Vierte des ersten Durchgangs schied der deutsche Skistar im entscheidenden zweiten Lauf aus. Auch Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg verpasste eine Medaille. Gold ging nach Slowenien.

Maria Riesch in der "Hölle" gestürzt, Viktoria Rebensburg vom Podest verdrängt und Kathrin Hölzl von Schmerzen gepeinigt - die angeschlagenen "Golden Girls" haben beim WM-Riesenslalom die erhoffte Medaille verpasst. Aus dem deutschen Trio erreichte einzig Olympiasiegerin Rebensburg das Ziel im zweiten Durchgang und applaudierte als Fünfte fair, nachdem auch ihr Traum von Edelmetall geplatzt war.

Nach dem ersten slowenischen Alpin-Gold bei einer Großveranstaltung schlug Tina Maze am Fuß der Piste vor Freude ein Rad. Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch stand da noch frustriert am Hang. "Bevor ich Vierte oder Fünfte werde, attackiere ich halt. Ich habe auch gemerkt, dass eine Medaille möglich ist, da ist klar, dass man sehr traurig und enttäuscht ist", sagte Riesch später im Ziel. Titelverteidigerin Hölzl hatte da schon längst die Kandahar verlassen und ihre Saison beendet.

Auf dem Innenski weggerutscht

"Ich habe versucht, im zweiten Durchgang alles zu geben, habe aber speziell im unteren Teil sehr viel Zeit verloren. So ist der Sport", sagte Rebensburg, die sich nach überstandener Virusgrippe nun auf den Gewinn des Disziplin-Weltcups konzentrieren will. "Mein Ziel war schon eine Medaille, aber das Leben ist kein Wunschkonzert."

Ihre ebenfalls noch von Husten geplagte Teamkollegin Riesch lag zwar im Finale auf Kurs einer dritten Medaille, rutschte aber im Streckenabschnitt "Hölle" auf dem Innenski weg und sank enttäuscht in den Schnee. Als die zweitplatzierte Federica Brignone aus Italien und die im zweiten Lauf furios gefahrene Französin Tessa Worley längst feierten, nahm der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier seine Vorzeige-Alpine tröstend in den Arm. Ohne Ski glitt Maria Riesch dann die Strecke hinab.

Wie bei ihrem Olympiasieg vor einem Jahr in Vancouver war Rebensburg als Sechste in den zweiten Durchgang gestartet - hob im Ziel aber nur ratlos die Arme. Von der letzten Zwischenzeit, die das Publikum noch bejubelte, verlor sie bis ins Ziel eine Sekunde auf die zwischenzeitlich führende Worley. Einen Tag nach dem Sieg im Teamwettbewerb kam die Topfavoritin aus Frankreich mit dem schnell gesteckten ersten Durchgang nicht zurecht, schob sich im Finale aber noch von Rang 19 auf 3 nach vorne.

"Ich habe so extreme Rückenschmerzen"

Zwei Stunden mussten die Athletinnen in einem Lokal auf ihren Einsatz im ersten Lauf warten, wegen Nebels hatte die Jury den Start immer wieder verschoben. Im Finale war die Sicht weitgehend frei - und Maze verteidigte ihre Führung. Damit siegte holte im siebten Einzelwettbewerb jemand, der diese Saison in dieser Disziplin kein Rennen gewonnen hat. "Wir sind eine kleine Nation, das erste Gold bedeutet sehr viel. Auch für mein ganzes Team ist das sehr schön. Diesmal waren die Hundertstel auf meiner Seite", jubelte Maze.

Hölzl hatte ihr Unternehmen Titelverteidigung bereits nach dem ersten Durchgang aufgegeben und war traurig aus dem Zielraum geschlichen. "Ich habe so extreme Rückenschmerzen, dass ich mein Bein nicht mehr gescheit heben kann. Wie soll man dann schnell Ski fahren?", meinte die 26-Jährige, die nach Rang 20 auf den zweiten Lauf verzichtete - "und somit ist auch die Saison beendet".

Die Disziplinweltcup-Gewinnerin des Vorjahres war bereits in der Saisonvorbereitung von gesundheitlichen Problemen gepeinigt worden. "Ich meine nicht nur den Rücken, sondern da hängt ja auch die ganze Sommergeschichte dran", sagte sie.


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