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Tennis: Australian Open - Djokovic nach Sieg über Murray im Finale

Am Ende wirkten beide körperlich angeschlagen, das bessere Ende hatte mit Novak Djokovic dann auch der etwas glücklichere Spieler auf seiner Seite. Für Andy Murray geht die titellose Zeit bei Grand Slam-Turnieren weiter – auch die Verpflichtung von Ivan Lendl als Trainer macht Murray vorerst nicht erfolgreicher.

Novak Djokovic ist Rafael Nadal ins Finale der Australian Open gefolgt. Im zweiten Halbfinale siegte der Weltranglistenerste gegen Andy Murray nach 4:50 Stunden Spielzeit mit 6:3, 3:6, 6:7 (4:7), 6:1, 7:5 und hat nun am Sonntag die Chance, seinen Titel zu verteidigen.

In einem äußerst spannenden, aber selten hochklassigen Match behielt der Djoker letztlich glücklich die Oberhand, im entscheidenden fünften Durchgang wirkten beide Spieler körperlich angeschlagen und auch Murray hätte das Spiel für sich entscheiden können. Der Schotte produzierte insgesamt mehr leichte Fehler (84:69), wirkte nach der Verpflichtung von Ivan Lendl als Trainer mental aber schon stärker als in früheren Jahren.

Hilft Nadal die längere Ruhepause?

Auf seinen ersten Grand Slam-Titel muss Murray aber trotzdem noch warten. Mit dem Ziel, diesen Makel in Murrays Vita auszumerzen, war Lendl Anfang des Jahres angetreten, so schnell war eine grundlegende Verbesserung aber auch nicht zu erwarten. Nach den French Open und vor allem nach Murrays Heimturnier in Wimbledon wird eine Bilanz möglich sein.

"Ich bin natürlich sehr enttäuscht", meinte Murray. "Aber ich bin verdammt stolz, wie ich gekämpft habe. Im vergangenen Jahr habe ich Melbourne mit einem weitaus schlechteren Gefühl verlassen", meinte der Brite

Im Hinblick auf das Finale wird wichtig sein, wie Djokovic die Strapazen dieses Krimis verkraften wird, Nadal kann sich nach seinem Erfolg gegen Roger Federer einen Tag länger ausruhen. Psychologisch wird aber Djokovic mit Vorteilen in den Showdown gehen: Im vergangenen Jahr standen sich die beiden in sechs Finalspielen gegenüber, immer hieß der Sieger Djokovic, ganze vier Sätze konnte Nadal für sich entscheiden. "Ich befürchte, das wird wieder ein verdammt physisches Spiel", sagte Djokovic.

Dritter Grand Slam-Titel in Serie

Als er eines der schwersten Spiele seiner Karriere doch noch gewonnen hatte, ließ sich Djokovic völlig ausgepumpt auf den Boden fallen. "Keine Ahnung, was ich sagen soll. Das Ergebnis erzählt alles", meinte der Serbe, der nach dem Erfolg in der Neuauflage des Finales aus dem Vorjahr nach seinem dritten Titel nach 2008 und 2011 greift.

Für Djokovic wäre es nach den Triumphen in Wimbledon und New York der dritte Grand Slam-Titel nacheinander. Das schafften vor ihm lediglich Pete Sampras, Roger Federer, Nadal und der legendäre Rod Laver, der in dem nach ihm benannten Stadion mitfieberte."Danke, dass sie so lange ausgeharrt haben", meinte Djokovic in Richtung des australischen Tennis-Helden.

Ständiges Auf und Ab

Zunächst schien Djokovic auf einen einfachen Sieg zuzusteuern, dann hatte Murray nach dem Gewinn der Sätze zwei und drei plötzlich deutlich die bessern Karten. Doch innerhalb weniger Minuten schenkte er den vierten Durchgang ab, das Momentum lag nun wieder auf Seiten des favorisierten Weltranglistenersten. Als dieser beim Stand von 5:3 im fünften Satz zum Match aufschlug, versagten jedoch auch ihm auf einmal die Nerven. Selbst Lendl musste lachen, als sein Schützling dem Serben auf einmal das Service zu Null abnahm.

Allein der dritte Satz des epischen Duells dauerte 88 Minuten und damit nur 120 Sekunden weniger als ein komplettes Fußball-Match. Doch danach ging es erst richtig los. Djokovic, der zwischenzeitlich fix und fertig wirkte und nach Luft schnappte, und Murray lieferten sich noch zwei weitere Durchgänge, von denen besonders der letzte an Spannung, Dramatik und Emotionen nicht zu überbieten war. Nachdem Murray einen 2:5-Rückstand wettgemacht hatte, hatte er bei Aufschlag Djokovic plötzlich drei Breakbälle. Der Schotte konnte seine Chancen aber nicht nutzen und musste sich wenig später geschlagen geben.

Azarenka genervt

Im Damen-Endspiel stehen sich die Weißrussin Victoria Azarenka und Maria Sharapova aus Russland gegenüber. Dabei geht es für beide Spielerinnen neben dem Titel auch um Platz eins in der Weltrangliste. Vor dem Duell stand aber mehr das laute Gestöhne der beiden Osteuropäerinnen auf dem Platz im Mittelpunkt.

Azarenka reagierte genervt auf das Gerede vom wahrscheinlichen "lautesten Finale" der Australian-Open-Geschichte. "Oh mein Gott. In jeder Pressekonferenz. Könntet ihr mich nicht mal mit einer anderen Frage überraschen", ätzte die Nummer drei der Welt. Sharapova gab sich dagegen gewohnt cool. ""Keiner, der wichtig genug wäre, hat mir gesagt, dass ich etwas ändern soll", meinte die Melbourne-Gewinnerin von 2008.

sportal.de / sportal

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