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Tennis: Lisicki siegt kampflos gegen Venus WIlliams

Sabine Lisicki zog nach der Aufgabe von Venus Williams kampflos in Runde drei der US Open ein. Neben der Berlinerin stehen auch Julia Görges und Angelique Kerber in der nächsten Runde des Grand Slam Turniers.

Venus Williams machte schlapp, Sabine Lisicki kam die unverhoffte Pause ganz gelegen. Nach ihrer Last-Minute-Anreise in New York lädt die Geheimfavoritin bei den US Open nun ihre Akkus wieder auf. Auch Julia Görges und Angelique Kerber stehen in Runde drei.

Absage 30 Minuten vor Spielbeginn

Sabine Lisicki konnte es kaum fassen: Eine knappe halbe Stunde, bevor sie das Arthur-Ashe-Stadium für ihr Zweitrundenduell mit Venus Williams betreten sollte, erklärte ihr der Schiedsrichter plötzlich, dass ihre Gegnerin nicht antreten würde. "Ich dachte zuerst: Ach ne, schade", sagte Lisicki, "ich hatte mich so auf die Partie gefreut."

Und nichts hatte darauf hingedeutet, dass ihre dritte Begegnung mit der siebenmaligen Grand-Slam-Siegerin bei den US Open ausfallen würde. Lisicki hatte sich mit gewohnter Routine in der Umkleide gedehnt und vorbereitet, ebenso wie Williams. "Ich habe Venus noch gesehen, es war alles normal. Deshalb hat mich die Absage ja so überrascht."

Offiziell ließ Williams kurz darauf verlauten, dass sie am sogenannten Sjögren-Syndrom leide, einer Autoimmunerkrankung. "Ich bin sehr enttäuscht, dass ich nicht antreten kann", so die 31 Jahre alte Amerikanerin, "aber die Krankheit nimmt mir meine Kraft und verursacht Müdigkeit und Gelenkschmerzen." In der ersten Runde war bei Williams noch keine Beeinträchtigung sichtbar gewesen, die Absage nahm Lisicki mit gemischten Gefühlen auf. "Ich hatte zwei super Matches gegen sie", sagte die 21 Jahre alte Berlinerin, "es wäre bestimmt wieder so gut geworden."

Lisicki lässt sich nicht unter Druck setzen

Und Lisicki hatte sich dabei keineswegs als Außenseiterin gesehen, nicht nur, weil Williams verletzungsbedingt in dieser Saison nur vier Turniere gespielt hat. Die Deutsche strotzt derzeit nur so vor Selbstvertrauen. Viele Experten sehen sie mit den harten Schlägen nun als Geheimfavoritin auf den Turniersieg. "Darüber denke ich gar nicht nach", meinte Lisicki, "ich habe inzwischen aber genug Erfahrung, um mit dem Erwartungsdruck besser umzugehen."

Dass sie einen freien Tag geschenkt bekam, nahm Lisicki dann aber doch dankbar an. Schließlich war ihre Anreise zum letzten Grand Slam-Turnier der Saison aufgrund des Wirbelsturms Irene turbulent und erst in letzter Minute am Montag erfolgt. "Jetzt habe ich endlich Zeit, meinen Koffer auszupacken", scherzte Lisicki. Sie sollte sich auf einen längeren Aufenthalt in New York einstellen.

Görges und Kerber auch in Runde drei

Julia Görges und Angelique Kerber folgten Lisicki in die dritte Runde. Die an Nummer 19 gesetzte Görges hatte wenig Mühe beim 6:3, 6:1 gegen die Spanierin Laura Pous-Tio. Nun trifft die 22 Jahre alte Bad Oldesloerin auf die Chinesin Shuai Peng. Die 13. der Setzliste "wird ein sehr hoher Prüfstein", sagte Görges, "aber ich habe keinen Druck, ich bin die Außenseiterin".

Kerber musste für ihren 6:3, 4:6, 6:3-Sieg über die an Nummer zwölf gesetzte Polin Agnieszka Radwanska mehr als zwei Stunden lang hart kämpfen und egalisierte mit dem Erfolg ihr bestes Grand-Slam-Ergebnis von den Australian Open und Wimbledon 2010. Die Weltranglisten-93. trifft in Runde drei auf die Russin Alla Kudryawtsewa.

sportal.de / sportal

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