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Tennis: Power Ranking - Die zehn besten Spielerinnen der Welt

Erstmals seit 1988 stehen vier deutsche Damen in den Top 20 der Weltrangliste. Auf unser Power Ranking hat das aber noch keine Auswirkungen, denn bei den großen Turnieren fehlen Erfolge noch. Freuen können Sie sich zudem auf zwei Außenseiterinnen und einen geplatzten Olympia-Traum aus Frankreich.

Bei den Namen Sylvia Hanika und Bettina Bunge klingelt es gerade bei den jüngeren Usern nicht unbedingt sofort im Zusammenhang mit Tennis. Tatsächlich sind Harnika und Bunge zwei Spielerinnen aus einem deutschen Quartett, das 1988 – zusammen mit Steffi Graf und Claudia Kohde-Kilsch – in den Top 20 der Weltrangliste platziert war.

Nun freut sich der DTB über eine Wiederholung, denn neben der verletzten Andrea Petkovic, die mit ihren Rückenproblemen womöglich viel länger ausfällt als gedacht, stehen auch Sabine Lisicki, Angelique Kerber und Julia Görges unter den besten 20 Spielerinnen in der Weltrangliste. Da bei den großen Turnieren aber die Top-Ergebnisse noch fehlen, konnte sich nur Kerber im Power Ranking platzieren.

Zu Beginn der neuen Saison haben wir die Richtlinien für das Power Ranking ein wenig angepasst. Ab sofort laufen nur noch die Ergebnisse der vergangenen drei (statt vier) Turniere in die Berechnung ein, somit hoffen wir auf eine noch fairere Bewertung, die nicht zu weit in der Vergangenheit liegen soll. Wer zudem in den letzten vier Wochen bei keinem Turnier aktiv war, fällt aus dem Power Ranking.

Wie gehabt zählen die WTA-Punkte des letzten Turniers zu 100 Prozent, die vorherigen Ergebnisse werden zu 80 bzw. 60 Prozent bewertet.

10. Ekaterina Makarova (RUS, 23 Jahre, Weltrangliste: 42) / Letzte drei Turniere: Sydney (1. Runde/16 Punkte), Australian Open (Viertelfinale/500) / Power Ranking-Punkte: 516

Manchmal reicht dann eben auch ein gutes Turnier für das Power Ranking, im Fall von Ekaterina Makarova ist es aber auch verdient. Bei den Australian Open schlug sie nacheinander die Brisbane-Siegerin Kaia Kanepi, die an Nummer sieben gesetzte Vera Zvonareva und zur Krönung auch noch Serena Williams, die von vielen zur Topfavoritin in Melbourne erklärt wurde. Dabei gab Makarova auch keinen Satz ab, erst gegen Maria Sharapova war im Viertelfinale Schluss.

9. Angelique Kerber (GER, 24 Jahre, Weltrangliste: 20) / Letzte drei Turniere: Australian Open (3. Runde/96), Paris (Sieg/376), Doha (2. Runde/70) / Power Ranking-Punkte: 542

Die beste deutsche Spielerin ist derzeit eindeutig Angelique Kerber. Petkovic fehlt verletzt, ihre seltene Rückenblessur ist in den vergangenen Wochen nicht besser geworden. Und bei Lisicki und Görges fehlt entweder die Konstanz oder das Vermögen auch gegen Top Ten-Spielerinnen gewinnen zu können. Im Fall Kerber zahlt sich die in der Akademie von Alex Waske erworbene Fitness aus. Angie wirkt so fit wie kaum eine andere Spielerin. "Mein Ziel zu Beginn des Jahres war es, die Top 20 anzugreifen", erzählte Kerber vor einigen Wochen bei ndr.de – das hat sie bereits geschafft. Zur Erinnerung: Mitte der vergangenen Saison drohte Kerber noch aus den Top 100 zu fallen.

8. Sara Errani (ITA, 24 Jahre, Weltrangliste: 36) / Letzte drei Turniere: Sydney (Viertelfinale/42), Hobart (Achtelfinale/24), Australian Open (Viertelfinale/500) / Power Ranking-Punkte: 566

Anders als Makarova profitierte Sara Errani bei ihrem überraschenden Einzug ins Viertelfinale der Australian Open auch von der günstigen Auslosung und dem frühen Ausscheiden von Sam Stosur und Marion Bartoli. Gelohnt hat sich der Ausflug nach Melbourne für Errani vor allem finanziell, denn neben den 175.000 Euro für ihren Einzelerfolg kassierte die Italienerin auch noch knapp 90.000 Euro für ihren Finaleinzug im Doppel an der Seite von Roberta Vinci.

7. Samantha Stosur (AUS, 27 Jahre, Weltrangliste: 5) / Letzte drei Turniere: Sydney (1. Runde/1), Australian Open (1. Runde/4), Doha (Finale/620) / Power Ranking-Punkte: 625

Der Jahresbeginn verlief für Samantha Stosur mal wieder typisch. Vom Talent her gehört Stosur zu den Spielerinnen, die um die Spitze der Weltrangliste kämpfen könnten, doch ihr größtes Problem ist die fehlende Konstanz. In der Heimat lief es überhaupt nicht, dafür war in Doha erst im Finale Schluss. "Mein bestes Tennis gehört zum Besten, was es auf der Frauentour gibt", erzählte Stosur vor ihrem Fed Cup-Einsatz in der Schweiz der Berner Zeitung. "Aber ich muss noch besser lernen, auch zu gewinnen, wenn es nicht perfekt läuft. In dieser Hinsicht kann ich mich noch deutlich steigern." Apropos Fed Cup, Stosur gastiert mit ihrem Team im April in Deutschland und könnte zum Stolperstein für Kerber und Co. werden.

6. Marion Bartoli (FRA, 27 Jahre, Weltrangliste: 7) / Letzte drei Turniere: Australian Open (3. Runde/96), Paris (Finale/256), Doha (Halbfinale/395) / Power Ranking-Punkte: 747

Der Halbfinaleinzug in Doha brachten Marion Bartoli die nötigen Punkte für das Power Ranking, derzeit beschäftigen Bartoli aber eher ihre schwindenden Olympia-Chancen. Bartoli hätte nach den Richtlinien des französischen Tennis-Verbands in den vergangenen drei Jahren zwei Mal im Fed Cup aufschlagen müssen, um zu den Olympischen Spielen in London reisen zu dürfen. Allerdings will Bartoli dort nicht ohne ihren Vater Walter als Trainer antreten, das lässt der Verband aber nicht zu. Die Fronten sind verhärtet und nach derzeitigem Stand wird die in Frankreich ohnehin nicht sonderlich beliebte Bartoli beim zweiten Wimbledon-Turnier des Jahres nicht aufschlagen.

5. Agnieszka Radwanska (POL, 22 Jahre, Weltrangliste: 6) / Letzte drei Turniere: Sydney (Halbfinale/120), Australian Open (Viertelfinale/400), Doha (Halbfinale/395) / Power Ranking-Punkte: 915

Beim letzten Power Ranking im Oktober 2011 führte Agnieszka Radwanska die Top Ten an und auch in diesem Jahr gehört die Polin zu den stärksten Spielerinnen – wäre da nicht Angstgegnerin Victoria Azarenka, würde Radwanska wohl noch weiter vorne stehen. Bei allen drei Turnierteilnahmen verlor Radwanska gegen die spätere Siegerin Azarenka, 8:3 steht es mittlerweile im direkten Vergleich gegen die Weißrussin.

3. Petra Kvitova (CZE, 21 Jahre, Weltrangliste: 3) / Letzte zwei Turniere: Sydney (Halbfinale/160), Australian Open (Halbfinale/900) / Power Ranking-Punkte: 1060

Trotz der Halbfinalteilnahme in Melbourne und den beiden Einzelsiegen im Fed Cup gegen Deutschland ist es noch nicht das Jahr der Petra Kvitova. Die Tschechin kämpft mit gesundheitlichen Problemen. In Doha sagte Kvitova wegen Schmerzen an der Achillessehne ab, beim laufenden Turnier in Dubai kam ihr eine Grippe in die Quere. "Ich hatte einen harten Start ins Jahr, ich muss mich jetzt ausruhen und wieder zu Kräften kommen", sagte Kvitova der tschechischen Tageszeitung Dnes.

3. Kim Clijsters (BEL, 28 Jahre, Weltrangliste: 35) / Letzte zwei Turniere: Brisbane (Halbfinale/160), Australian Open (Halbfinale/900) / Power Ranking-Punkte: 1060

Wir werden uns daran gewöhnen müssen, Kim Clijsters in Zukunft nicht mehr so häufig im Power Ranking zu sehen. Die Belgierin wird am Ende der Saison ihre Karriere beenden. Zudem plagt sich Clijsters mit Verletzungen herum, in Indian Wells wird sie wegen einer Knöchelverletzung nicht aufschlagen können. "Ich bin sehr enttäuscht, weil das Turnier für mich eine besondere Bedeutung hat", sagte Clijsters, die in Kalifornien 2005 nach langer Verletzungspause einen emotionalen Sieg feiern konnte.

2. Maria Sharapova (RUS, 24 Jahre, Weltrangliste: 2) / Letzte zwei Turniere: Australian Open (Finale/1120), Paris (Viertelfinale/120) / Power Ranking-Punkte: 1240

Mit dem Finaleinzug bei den Australian Open schrieb Maria Sharapova auch sportliche Schlagzeilen, ansonsten wird derzeit viel über ihren Hang des übermäßigen Stöhnens während der Spiele geschrieben. Altstars wie Martina Navratilova oder John McEnroe fordern das Verbot der Stöhnerei, auch die WTA denkt mittlerweile über Maßnahmen nach. Sharapova selbst kann die Debatte nicht verstehen. "Ihr alle habt mich aufwachsen und spielen gesehen. Ich bin seit jeher so", sagte die Russin während der Australian Open. Sharapova interessiert "das ganze Gequatsche über das bisschen Gequieke von mir" nicht.

1. Victoria Azarenka (BLR, 22 Jahre, Weltrangliste: 1) / Letzte drei Turniere: Sydney (Sieg/282), Australian Open (Sieg/1600), Doha (Sieg/900) / Power Ranking-Punkte: 2782

Wie Sharapova wird auch Azarenka für ihre verbale Begleitung des Spiels gerügt. Derzeit kann sich Azarenka aber im Grunde alles erlauben, immerhin ist sie im Jahr 2012 noch ungeschlagen und gewann drei Turniere in Folge. Ob das Damen-Tennis damit eine neue Dominatorin hat, darf aber weiter bezweifelt werden, bei der erhofften Bestätigung ihrer Erfolge steht Azarenka spätestens bei den French Open im Fokus. In dieser Woche wurde sie von Verletzungsproblemen geplagt, das Turnier in Dubai musste die Weltranglistenerste wegen einer Knöchelverletzung absagen.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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