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Tennis: Sabine Lisicki bei den US Open ausgeschieden

Im Achtelfinale der US Open war Endstation für Sabine Lisicki. Nach der ersten Enttäuschung konnte sie aber schon wieder lachen und freute sich über die Entwicklung in den letzten Monaten.

Das Aus bei den US Open lächelte Sabine Lisicki einfach weg und ließ lieber die schönsten Szenen eines traumhaften Tennis-Sommers an sich vorüberziehen. Die 2:6, 3:6-Pleite im Achtelfinale gegen Vera Zvonareva soll sie nicht vom weiteren Weg an die Spitze abbringen.

"Ich bin mir sicher, dass meine Zeit kommt. Es geht Schritt für Schritt weiter. Ich glaube, wenn man mich kennt...", sagte sie in New York und lachte nur über ihre kleine Drohung. Natürlich war Lisicki auch enttäuscht von sich.

Das Duell Geheimfavoritin gegen Vorjahresfinalistin hatte viel versprochen, doch dann erinnerte ihre 77-minütige Abendpremiere im Arthur-Ashe-Stadium fatal an den letztjährigen Auftritt von Andrea Petkovic an gleicher Stelle ebenfalls gegen Zvonareva, als die Russin ebenfalls im Achtelfinale mit 6:1, 6:2 gewann. 

Es war nicht Lisickis Abend 

Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner fiel Lisickis Nervosität schon beim Einschlagen auf. "Das war nicht ihr Abend", kommentierte Rittner. Die Weltranglisten-18. bot der Nummer zwei zumindest im zweiten Satz Paroli, musste aber praktisch die gesamte Zeit ohne ihren gefürchteten ersten Aufschlag auskommen. Immer wieder brauchte Lisicki schon beim Ballwurf einen zweiten Versuch.

"Es war natürlich eine neue Situation. Ich bin nicht gut reingekommen und habe von Anfang bis Ende nicht gut aufgeschlagen. Ich hatte Probleme mit dem Rhythmus", sagte die 21-Jährige. "Ich habe gekämpft und alles gegeben, aber es hat leider nicht gereicht."

Lisickis Vater und Trainer Richard sah die späte Anfangszeit um Viertel vor zehn als ein Problem an, die von Wirbelsturm Irene verursachte chaotische Anreise als ein weiteres. Nach dem Turniersieg in Dallas landete der Lisicki-Tross erst am vorigen Montag, am Dienstag folgte gleich das erste Spiel, der Mittwochs-Schlager gegen Venus Williams fiel wegen der Absage der Amerikanerin aus.

Vier tolle Monate 

Auch Sabine Lisicki ging deswegen nicht zu hart mit sich ins Gericht. "Ich hatte echt sehr, sehr wenig Zeit. Ich hätte schon in der ersten Runde ausscheiden können", sagte die Wimbledon-Halbfinalistin am Ende aufregender Monate, die mit dem dramatischen French-Open-Aus gegen Zvonareva im Mai ihren Anfang genommen hatten.

Die Turniersiege Nummer zwei und drei in Birmingham und Dallas, zwei große Wochen in Wimbledon mit dem zusätzlichen Erreichen des Doppel-Finales, dazu der erstmalige Einzug ins US-Open-Achtelfinale und unter die ersten 20 der Welt: All dies war Lisicki nach ihrer langwierigen Verletzung am linken Knöchel und der Ernährungsumstellung auf glutenfreies Essen kaum zuzutrauen.

"Ich bin schon sehr, sehr stolz darauf, was ich erreicht habe. Wenn man die letzten vier Monate anschaut, hätte ich nie gedacht, dass ich in den Top 20 stehen würde", sagte Lisicki. Die vierte Niederlage im vierten Spiel gegen Zvonareva soll das Selbstvertrauen nicht erschüttern, nach einer Pause für Kopf und Körper will sie den Schwung in den Rest der Saison mitnehmen und weiter angreifen.

sportal.de / sportal

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