Tennis Schreiender Fan bringt Haas aus dem Konzept


Thomy Haas ist beim Tennisturnier in Toronto gegen den Amerikaner Andre Agassi ausgeschieden. Nicht ganz unbeteiligt daran war das laute Organ eines Fans.

Dem Aufschrei in der Stille folgte der Doppelfehler und kurz darauf das Aus: Ein schreiender Tennis-Fan hat Thomas Haas beim Erstrunden-Match gegen Andre Agassi in Toronto aus dem Konzept gebracht und dem Ehemann von Steffi Graf zum Sieg mitverholfen. "Es ist immer ein bisschen frustrierend, wenn so etwas passiert, aber was soll man da machen?" fragte Haas nach der 6:4, 4:6, 4:6-Niederlage am Auftakttag des Masters-Turniers in Kanada.

Zehn Tage nach seinem knappen Halbfinal-Erfolg über Agassi in Los Angeles setzte der Hamburger nach dem Zwischenruf seinen zweiten Aufschlag ins Netz und schenkte dem dreimaligen Sieger des Turniers das entscheidende Break zum 5:4 im dritten Satz. Vor 10 500 enthusiastischen Zuschauern im neuen Rexall-Center gab der Publikumsliebling bei eigenem Service danach keinen Punkt mehr ab und machte den fünften Erfolg im achten Vergleich gegen Haas perfekt.

Von der Hüftverletzung, die den 34-Jährigen nach einer bislang enttäuschenden Saison zur Absage von Wimbledon bewogen hatte, war bei Agassi nichts mehr zu sehen. In der prickelnden Atmosphäre fühlte sich der Amerikaner sichtlich wohl. "Es war wie ein Finale in der ersten Runde", sagte der Gewinner von acht Grand-Slam-Titeln schwärmerisch. Auf eine Endspiel-Teilnahme wartet der Publikumsliebling in diesem Jahr allerdings noch vergeblich, die Partie gegen Haas war erst sein 25. Einzel in der laufenden Saison.

Haas hatte erneut stark begonnen, auch wenn er aus eigener Sicht nicht ganz an seine imponierende Woche in Los Angeles anknüpfen konnte, wo er den zweiten Turniersieg nach seiner langen Verletzungspause gefeiert hatte. "Was ich dort gezeigt habe, gehört zum Besten, was ich während meiner Karriere gespielt habe. Auch hier habe ich kein schlechtes Tennis geboten. Aber wenn man die ein, zwei Chancen nicht nutzt, die sich gegen einen Spieler wie Andre bieten, verlässt man den Platz normalerweise als Verlierer", sagte Haas. Er gab sich aber optimistisch: "Wenn ich so weiter mache, werde ich ziemlich gefährlich sein." Der Olympia-Zweite von Sydney gehört auch in Athen wieder zum deutschen Aufgebot.

Gar nicht in Schwung kommt dagegen der letztjährige French-Open- Sieger Juan Carlos Ferrero. Der Spanier musste gegen den Franzosen Fabrice Santoro wegen Rückenproblemen im ersten Satz aufgeben.

DPA DPA

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