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Tour de France: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Es ist seine allerletzte Chance: Andreas Klöden will beim Zeitfahren alles geben - Minimalziel ist ein Podiumsplatz. Aber natürlich träumt der Deutsche noch immer vom Toursieg.

T-Mobile-Manager Olaf Ludwig verweist zu Recht auf die ganz besonderen Gesetze dieser Tour de France: "ier ist doch alles möglich."Aber tatsächlich sind die Chancen von Andreas Klöden denkbar gering, beim alles entscheidenden Zeitfahren am Samstag von Le Creusot nach Montceau-les-Mines über 57 Kilometer doch noch auf das Tour-Podium zu springen.

Alles spricht am Sonntag in Paris für die Reihenfolge Floyd Landis - Carlos Sastre - Oscar Pereiro. "Ich versuche noch ein Mal alles" versprach Klöden, der sich am Donnerstag fast auf dem Zahnfleisch ins Ziel nach Morzine rettete: "Ich habe ums Überleben gekämpft." Ein Favorit für den Tour-Sieg 2006 heißt Landis.

Klöden setzt auf Angriff

Der neue, nur 60 Kilogramm leichte T-Mobile-Chef, könnte auf der letzten Alpenetappe die Möglichkeiten für einen der drei ersten Plätze verspielt haben. Mut kann Klöden allerdings das Jahr 2004 machen, in dem er im entscheidenden Kampf gegen die Uhr von Platz drei auf den zweiten Rang hinter Lance Armstrong vorfuhr und den Italiener Ivan Basso um "Silber" brachte.

"Vor 14 Tagen wäre ich mit einem 4. Platz in der Endabrechnung zufrieden gewesen. Jetzt, wo ich am Sieg geschnuppert habe, wäre ich ein bisschen enttäuscht. Aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen - vor vier Monaten wurde ich an der Schulter operiert und hatte nur zehn Wochen zur Tour-Vorbereitung. In L'Alpe d'Huez hatte ich meinen stärksten Tag, danach senkte sich meine Leistungskurve", gab Klöden zu bedenken.

Klödens Trainer ist zuversichtlich

Der Trainer von Radprofi Andreas Klöden, Thomas Schediwie, glaubt an einen Sprung seines Schützlings auf das Podium bei der Tour de France. "Er wird ein überragendes Zeitfahren abliefern und muss auf den Einbruch eines Konkurrenten hoffen. Die Tour selbst wird wohl überraschenderweise von Floyd Landis gewonnen", sagte Schediwie dem Ländermagazin "MDR um zwölf". Er habe seinem Schützling diese Leistung bei der Frankreich-Rundfahrt absolut zugetraut.

"Das wird der absolute Showdown. So spannend war es bei der Tour Jahrzehnte nicht. Das Profil des Zeitfahrens ist schwierig, mit ekligen Passagen auf und ab", meinte Ausreißer-König Jens Voigt, der bei der Fahrt durch die Bourgogne alles auf seinen Team- Kapitän Carlos Sastre setzt.

Andreas Zellmer/DPA / DPA

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