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Urteil des Radsport-Weltverbands UCI: Lance Armstrong verliert alle Tour-Titel

Der Weltverband UCI hat geurteilt: Lance Armstrong werden wegen Dopings alle sieben Erfolge bei der Tour de France aberkannt. Über eine Neuvergabe der Titel wurde noch nicht entschieden.

In der größten Dopingaffäre der Sportgeschichte hat Lance Armstrong seine sieben Tour-de-France-Titel verloren. Der Radsport-Weltverband UCI strich den Amerikaner am Montag in Genf aus allen Siegerlisten seit 1998 und sprach eine lebenslange Sperre gegen den Texaner aus. "Lance Armstrong hat keinen Platz im Radsport. So etwas darf nie wieder passieren", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid und schloss einen eigenen Rücktritt aus. Was mit Armstrongs Titeln der Jahre 1999 bis 2005 passiere, werde die UCI erst am kommenden Freitag bei einer Sondersitzung entscheiden, so McQuaid. Auch über eine Rückzahlungsforderung der Siegprämien soll dann entschieden werden.

Armstrong hatte unter anderem dreimal Jan Ullrich und einmal Andreas Klöden auf den zweiten Platz verwiesen. Tour-Chef Christian Prudhomme hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, das Gelbe Trikot des Gesamtsiegers nicht neu zu vergeben.

"Was ich im Bericht gelesen habe, macht mich krank"

Dem 41-jährigen Armstrong war von der US-Anti-Doping-Agentur Usada jahrelanges und systematisches Doping nachgewiesen worden. Wie Zeugen - darunter ehemalige Teamkollegen - unter Eid berichteten, habe Armstrong unter anderem Epo-, Testosteron-, Kortison- und Blutdoping betrieben. Armstrong streitet die Vorwürfe ab. "Was ich im Usada-Bericht gelesen habe, macht mich krank", sagte McQuaid.

In dem mehr als 1000-seitigen Bericht der US-Doping-Jäger hatten sich elf ehemalige Helfer Armstrongs offenbart. Der langjährige Radsport-Überflieger habe Teamkollegen zum Doping gezwungen und eingeschüchtert, als diese sich von ihm abgewandt hätten, stand in dem Dossier.

Auch UCI in der Kritik

Neben Armstrong als zentrale Figur einer "Doping-Verschwörung" in den Teams US Postal und Discovery Channel war auch der Weltverband selbst in heftige Kritik geraten. In dem Usada-Bericht wurde etwa angedeutet, die UCI habe eine positive Dopingprobe Armstrongs verschleiert. McQuaid lehnte einen Rücktritt ab und verteidigte auch seinen umstrittenen Vorgänger als Verbandsboss, Hein Verbruggen.

"Natürlich kann man in der Rückschau immer sagen, man hätte mehr tun können", sagte der UCI-Präsident. "Aber man kann nur so viel tun, wie das System, das in Kraft ist, zulässt. Es tut mir leid, dass wir nicht jeden verdammten Sünder erwischen konnten." Der gefallene Rad-Held Armstrong habe es verdient, vergessen zu werden.

Nike lässt Armstrong fallen

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) begrüßte die Entscheidung der UCI. "Entscheidend ist, dass ein 'verseuchtes Jahrzehnt' aufgearbeitet und endlich abgeschlossen wird", sagte BDR-Präsident Rudolf Scharping.

Armstrong war wegen der massiven Anschuldigungen zuletzt bereits von seinen wichtigsten Sponsoren - darunter Nike - fallengelassen worden. Außerdem trat der 41-Jährige als Vorsitzender seiner Krebsstiftung Livestrong zurück. Der "Weltrekord-Doper" (New York Daily News) steht vor dem Ruin.

kbe/DPA / DPA

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.