Tour de France Favoriten legten Schongang ein


Vor dem alles entscheidenden Zeitfahren hat sich der Träger des Gelben Trikots, der Spanier Alberto Contador, auf der Etappe in Angouleme deutlich zurückgehalten. Tagessieger wurde der Franzose Sandy Casar. Für den Abschluss der Tour planen deutsche und französische Teams einen Streik.

Die Topfahrer der 94. Tour de France haben auf der drittletzten Etappe den Schongang eingelegt. Einen Tag vor dem entscheidenden Einzelzeitfahren von Cognac nach Angoulême über 55,5 Kilometer hielten sich der Spitzenreiter Alberto Contador (Spanien) und seine ärgsten Verfolger Cadel Evans (Australien) und Levi Leipheimer (USA) auf dem Weg von Cahors nach Angoulême vornehm zurück. Im Ziel hatte das Hauptfeld, das während der Etappe maximal 18 Minuten Rückstand auf die vier Ausreißer hatte, 8:34 Minuten Rückstand auf den Tagessieger Sandy Casar aus Frankreich. Tom Bonnen machte als Schnellster des Hauptfeldes wieder Punkte in der Wertung um das Grüne Trikot, das ihm keiner mehr nehmen dürfte.

Das kam wie am Vortag vier Ausreißern zu Gute, die den Tagessieg der 18. Etappe auf 211 Kilometern unter sich ausmachten. Dabei hatte am Freitag Casar, der mit drei Längen Vorsprung gewann, die besten Karten. Der berühmte Sohn Axel Merckx vom T-Mobile-Team, der seine letzte Tour bestreitet, musste mit Rang zwei zufrieden sein. Contador, dem Verbindungen zum Doping-Arzt Eufemiano Fuentes nachgesagt werden, führt weiter mit 1:53 Minuten vor Evans und 2:49 vor Leipheimer, der zumindest in der Vergangenheit Kontakte zu dem aktenkundigen italienischen Mediziner Michele Ferarri unterhalten haben soll.

Hartnäckiges Gerücht über weiteren Doping-Fall

Hartnäckig hielt sich das Gerücht des bevorstehenden vierten Doping-Falles nach Patrik Sinkewitz (Fulda), Alexander Winokurow (Kasachstan) und Cristian Moreni (Italien). Die Doping-Tests der Etappe vom vergangenen Sonntag auf dem Plateau de Beille, die Contador gewonnen hatte, soll einen positiven Befund ergeben haben. Der Name des "Täters" stand nach Etappenende am Freitag allerdings noch nicht fest.

Neben dem mittlerweile von der Tour ausgeschlossenen Dänen Michael Rasmussen (Rabobank) und Contador waren Alejandro Valverde (Spanien/Caisse d’Epargne), ebenfalls ein angeblicher Fuentes-Kunde, Frank Schleck (Luxemburg/CSC), Gorka Verdurgo (Spanien/Euskaltel), Tadej Valjavec (Slowenien/Lampre), Christophe le Mevel (Frankreich/Crédit Agricole) und Staf Scheirlinckx (Belgien/Cofidis) im Test.

Michael Boogerd wollte aufhören

Der Niederländer Michael Boogerd, der auch in der Vierergruppe fuhr, musste am Donnerstag überredet werden, weiterzufahren. Aus Frust über die Affäre Rasmussen wollte der alt gediente Profi aus den Niederlanden lieber nach Hause als weiter bei der Tour zu starten. Die Teamleitung überredete Boogerd, der sich viele Tage - letztendlich umsonst - für seinen Kapitän Rasmussen ins Zeug gelegt hatte, weiterzumachen. In Angoulême sprang wenigstens ein vierter Platz heraus.

Die sechs französischen und zwei deutschen Teams haben sich für das Tour-Finale am Sonntag auf den Pariser Champs-Élysées noch etwas Besonderes ausgedacht, um gegen das Chaos der Regelauslegungen der zuständigen Gremien im Anti-Doping-Kampf zu protestieren. "Wir wollen einen Meter vor der Ziellinie stoppen", kündigte T-Mobile-Teamchef Rolf Aldag an.

Andreas Zellmer und Esteban Engel, DPA DPA

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