HOME

Tour de France: Ullrich darf nicht mitfahren

Der Dopingskandal hat das Team T-Mobile und die Tour de France voll erfasst. Die Teamleitung hat Jan Ullrich, Rudy Pevenage und Oscar Sevilla suspendiert. Offenbar hat der Star Kontakte zu Dopingarzt Fuentes verheimlicht.

Am Morgen platzte die Bombe. Nachdem Jan Ullrich seit Tagen mit der spanischen Dopingaffäre in Zusammenhang gebracht wurde, zog das Team T-Mobile die Konsequenzen und zeigte seinen beiden Topstars im Team die Rote Karte. Jan Ullrich und Oscar Sevilla sowie Ullrichs Sportlicher Leiter Rudy Pevenage wurden vom Rennstall wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in einen Doping-Skandal suspendiert.

T-Mobile-Sprecher Luuc Eisenga nahm am Vormittag Stellung gegenüber der Presse und erklärte, dass wegen der Vorwürfe aus Spanien weder Ullrich noch sein Team-Gefährte Oscar Sevilla bei dem wichtigsten Radrennen der Welt am Samstag starten dürfen. "Sie werden nicht die Tour fahren", sagte er.

Ullrich hat gelogen

"Aus den uns vorliegenden Berichten geht eindeutig hervor, dass es einen Kontakt zwischen den beiden Fahrern und Pevenage mit dem spanischen Arzt gegeben hat, der im Mittelpunkt der Dopingaffäre steht. Die Unschuldsbeteuerungen Ullrichs entsprachen nicht der Wahrheit", sagte ein weiterer T-Mobile-Pressesprecher Stefan Wagner. "Keiner der suspendierten Fahrer darf ersetzt werden", sagte Hans-Michael Holzcer. Der Teammanager von Gerolsteiner war heute Vormittag in der Sitzung dabei, als der Beschluss von allen Sportlichen Leitern, der Tourdirektion und dem Radsport-Weltverband UCI gefasst wurde.

Auch Basso darf nicht an der Tour teilnehmen

Zudem wurde beschlossen, dass alle Radprofis ausgeschlossen werden, deren Namen im Zusammenhang mit dem spanischen Dopingskandal genannt werden. Dies teilte Tour-Direktor Christian Prudhomme mit.

Suspendiert sind damit neben Jan Ullrich und Oscar Sevilla von T-Mobile, Ivan Basso aus Italien sowie die Spanier Francisco Mancebo und Joseba Beloki sowie fast der geamte Rennstall Astana-Würth von Ullrichs Teamkollegen Alexander Winokourow.

Nachdem vom spanischen Ermittlungsrichter gestern Nachmittag die Informationssperre aufgehoben wurde, berichtete der spanische Radiosender Cadena Ser vom Namen des T-Mobile-Kapitän im polizeilichen Ermittlungsbericht zur Doping-Affäre. Nach Aussage von Teamsprecher Stefan Wagner hatten daraufhin auch die Verantwortlichen des Rennstalles T-Mobile die Liste von der Guardia Civil am Donnerstag angefordert.

Ullrich schaltete den Anwalt ein

Ullrich hatte in den vergangenen Tagen jegliche Verwicklung in die Affäre bestritten und bekräftigte das auch gestern noch einmal. "Ich beteure nochmals meine Unschuld. Ich habe damit nichts zu tun. Ich habe noch nie in meiner Karriere betrogen." Auch die Vorwürfe der spanischen Tageszeitung "El País" wies Ullrich nachdrücklich zurück: "Ich habe mit den Spekulationen einer spanischen Tageszeitung nichts zu tun. Ich habe einen Anwalt eingeschaltet."

Auch Basso wies die Anschuldigungen zurück. "Er hat gesagt, dass er damit nichts zu tun hat", erklärte ein Sprecher seines CSC-Stalls. Nachdem der Ermittlungsrichter Antonio Serrano die Geheimhaltung aufgehoben hatte, wurden 12 Fahrernamen genannt. Davon stehen neben Ullrich, Sevilla und Basso folgende Profis in der noch gültigen Starterliste der Tour: Francesco Mancebo, Juan-Antonio Flecha, Joseba Beloki (alle Spanien) und Giovanni Lombardi (Italien).

DPA / DPA

Wissenscommunity