US-Basketball Kobe Bryants Tanz auf Messers Schneide


Obwohl sich der US-Basketball-Superstar Kobe Bryant seit über einem halben Jahr vor Gericht wegen einer Vergewaltigungsklage verantworten muss, bleibt der 25-Jährige der Garant für den Erfolg der Los Angeles Lakers.

Ohne Kobe Bryant fehlt sogar dem Star-Ensemble der Los Angeles Lakers der ganz große Glanz. Obwohl sich der Basketball-Profi seit über einem halben Jahr vor Gericht wegen einer Vergewaltigungsklage verantworten muss und ihm bei einem Schuldspruch eine lebenslängliche Haftstrafe droht, bleibt der 25-Jährige der Garant des Lakers-Erfolges. Erst am Sonntag erzielte er den Siegkorb zum 104:103 gegen die Milwaukee Bucks. An diesem Mittwoch empfangen Bryant & Co im Spitzenspiel den Western-Conference-Primus Sacramento Kings - zur gleichen Zeit beginnt die Anhörung der Klägerin im US-Bundesstaat Colorado.

Bryant wird vorgeworfen, die 19 Jahre alte Hotelangestellte am 30. Juni 2003 auf seinem Zimmer im "Lodge and Spa" in Cordillera nahe des Wintersportortes Vail sexuell missbraucht zu haben. Dort hatte sich Bryant wegen einer Kniebehandlung bei dem renommierten Spezialisten Richard Steadman aufgehalten. Der verheiratete Vater einer Tochter räumte ein, mit der Frau Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Allerdings mit deren Einverständnis, wie Bryant beteuert.

"Ich bin unschuldig"

"Ich bin unschuldig", hatte Bryant bei seinem ersten öffentlichen Auftritt an der Seite seiner Frau Vanessa nach den Anschuldigungen unter Tränen betont. Die Verteidigung hat bereits "zwingende Unschuldsbeweise" vorgelegt. So soll die Klägerin in den 15 Stunden nach der vermeintlichen Tat auch mit einem anderen Partner sexuellen Kontakt gehabt haben. Sperma-Spuren in ihrem Slip sollen den Angeklagten entlasten. Bryant selbst war am 11. November 2003 erstmals vor dem Bezirksrichter in Eagle im US-Bundesstaat Colorado erschienen. Es folgten weitere Vor-Anhörungen am 19. Dezember und 23. Januar - begleitet von einem riesigen Medienrummel.

Doch von all dem lässt sich Bryant - jüngster All-Star der nordamerikanischen Profiliga NBA - auf dem Parkett nicht beirren. Fehlt der 2,01 Meter große Topscorer, gehen die Lakers trotz Shaquille O’Neal, Karl Malone oder Gary Payton meist leer aus. So geschehen Anfang Februar, als sich Bryant bei Aufräumarbeiten in seiner Garage eine Schnittwunde zugefügt hatte und die Lakers mit 73:96 in Philadelphia prompt die höchste Saisonpleite kassierten.

Im Dream Team nach Athen

Die "Los Angeles Times"schrieb schon früh: "Ein Star ist geboren; sein Name ist Kobe." Und auch die Fans setzen auf den 25-Jährigen, der im August das amerikanische "Dream-Team"zu Olympia-Gold in Athen führen soll. In einer Internet-Umfrage des Clubs nach dem Erfolg versprechendsten Spieler in Hinblick auf die 22. NBA-Finalteilnahme, votierte fast die Hälfte für Bryant, der 1996 im Tausch mit Vlade Divac von den Charlotte Hornets zu den Lakers gekommen war. Nur ein Drittel sprach sich für "Shaq-Attack"O’Neal aus.

Noch steht Bryants Prozesstermin nicht fest. Nach dem Recht des US-Bundesstaates Colorado drohen ihm im Falle eines Schuldspruchs vier Jahre Freiheitsstrafe bis lebenslänglich. Damit könnte die Bilderbuch-Karriere des dreimaligen NBA-Champions ein jähes und unrühmliches Ende finden.

Sven Victor DPA

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