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Wintersport: Höfl-Riesch im Riesenslalom auf dem Podium

Die erfolgsverwöhnten deutschen Ski-Damen erlebten in Soldeu ein Wochenende zum Vergessen. Einzig Maria Höfl-Riesch konnte am Ende mit Rang drei im Riesenslalom lächeln. Viktoria Rebensburg verlor sogar ihre Weltcup-Führung.

Viele Siegerehrungen hat Maria Höfl-Riesch schon erlebt, aber im Riesenslalom ist die Gesamtweltcupsiegerin nur ein seltener Gast auf dem Podest. Über ein Jahr nach dem zuvor letzten Stockerlrang in ihrer schwächsten Disziplin und zum vierten Mal überhaupt durfte sich die Partenkirchenerin in Soldeu/Andorra als Dritte wieder über einen Topplatz im Riesentorlauf freuen.

"Ich bin einfach überglücklich, dass ich nach dem kleinen Rückschlag gestern jetzt im Riesenslalom, wo es vor allem zu Beginn der Saison gar nicht gut lief, endlich einen Podestplatz eingefahren hab'", sagte die Doppel-Olympiasiegerin.

Nur Höfl-Riesch bleibt übrig

Einen Tag nach ihrem Slalom-Aus beim Sieg der Österreicherin Marlies Schild war Höfl-Riesch die erste Gratulantin von Riesenslalom-Siegerin Tessa Worley. Die 27-Jährige rettete die dürftige Bilanz des Deutschen Skiverbandes, dessen Fahrerinnen sich in den windigen Pyrenäen nicht sonderlich glücklich präsentierten.

Höfl-Riesch war die einzige Deutsche in den Riesenslalom-Punkten. Nach dem Aus von Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg, die die Führung im Disziplin-Weltcup an Worley verlor, erreichten auch Lena Dürr, Veronique Hronek und Veronika Staber nicht das Ziel. Simona Hösl und Barbara Wirth waren zu langsam für das Finale.

Schon im Slalom, als der mögliche Sieg von Tanja Poutiainen von einer Windböe verweht wurde, hatte das deutsche Team seine Möglichkeiten nicht nutzen können. Als Siebte konnte Lena Dürr zwar mit ihrem besten Weltcup-Ergebnis zufrieden sein. Allerdings wäre für die 20-Jährige mehr drin gewesen - und erst recht für Christina Geiger. Die ehemalige Junioren-Weltmeisterin schied mit Kurs auf die Bestzeit als Zweite des ersten Laufs aus.

"So ein Ausscheider kann im Slalom immer mal passieren", sagte die 22-Jährige, die sich bei ihrem Sturz wehtat. Aber versöhnlich klang. "Es war für mich selber eine große Überraschung, dass ich so weit vorne mit dabei sein kann. Das gibt mir ein auf jeden Fall ein gutes Gefühl." Wirth und Staber freuten sich im Slalom wenigstens noch über Weltcup-Pünktchen, doch insgesamt blieb die zweite Reihe wieder einmal hinter den Hoffnungen zurück. "Da müssen sie härter arbeiten, das schaffen andere auch", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier.

Rebensburg schon nach zehn Sekunden raus

Erstmals seit Dezember 2008 holte nur eine deutsche Starterin Punkte im Riesenslalom. Auch, weil sich Rebensburg schon nach zehn Fahrsekunden verabschiedete. Zuletzt war die 22-Jährige wiederholt in Super-G und Abfahrt ausgeschieden, jetzt erwischte es sie auch in ihrer Spezialdisziplin. "Ich habe mich super drauf gefreut auf das Rennen. Dass es dann nur zehn Sekunden waren, ist natürlich bitter, aber so ist das einfach im Sport. Der nächste Riesenslalom kommt bestimmt, da werd' ich alles geben", sagte die viermalige Weltcupsiegerin.

Wiederholt erwischte es Höfl-Riesch dagegen schon im Slalom. Viermal schied sie in bislang sieben Saisonrennen aus. "Das ist natürlich viel zu viel, aber ich muss es abhaken und einfach weitermachen", sagte die 27-Jährige. Auch die amerikanische Gesamtweltcup-Führende Lindsey Vonn kam nicht ins Ziel. Im Riesenslalom heimste sie Punkte ein und führt im Gesamtklassement sicher mit 1382 Punkten vor der Slowenin Tina Maze (972) und Höfl-Riesch (856).

sportal.de / sportal

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