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Wintersport: Ski alpin - Deutsche Athleten im Pech

Sie waren schnell, sie waren vorne dabei, aber sie kamen nur selten ins Ziel – die Wochenend-Bilanz der deutschen Alpin-Asse lieferte darüber hinaus aber auch gute Ergebnisse von Fritz Dopfer und Veronique Hronek.

Die kranke Maria Höfl-Riesch blieb unglücklich zu Hause - und auf der Piste waren die deutschen Alpinen vom Pech verfolgt. Viktoria Rebensburg schied zweimal auf Kurs Bestzeit aus, Fritz Dopfer stürzte am vorletzten Tor bei seiner Fahrt zum ersten Riesenslalom-Rang - und Felix Neureuther musste beim Slalom in Adelboden seinen dritten Zwischenrang nach langem Zittern wegen eines Einfädlers wieder hergeben.

Hier durfte sich Dopfer am Sonntag als Sechster mit seinem besten Torlauf-Ergebnis über die verpasste Riesenslalom-Chance vom Vortag ein bisschen hinwegtrösten. Angesichts der verpassten Podestplätze konnte der überaus beachtliche sechste Rang von Veronique Hronek beim Super-G in Bad Kleinkirchheim kein rechter Ersatz für den DSV sein.

Schon bei Rebensburgs Abfahrts-Aus am Vortag hatte die 20-Jährige als 17. ihr bis dato bestes Weltcup-Ergebnis erreicht. "Wir sind nicht unzufrieden, aber man hadert schon etwas mit dem Schicksal", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. "Wir sind etwas unter Wert geschlagen, trotzdem hatten wir sehr gute Ergebnisse." Neben Hronek verbuchte auch der 25-jährige Philipp Schmid im fünften Weltcup-Slalom als 19. sein bestes Ergebnis.

Die strahlenden Sieger kamen am Wochenende fast ausschließlich vom Österreichischen Skiverband, der dieses Jahr bislang fünf von sechs Rennen für sich verbuchen konnte. Marcel Hirscher feierte nach dem Slalomerfolg von Zagreb seine Saisoncoups vier und fünf. "Es funktioniert gut, extrem geil. Mir fehlen die Worte", sagte der Führende im Gesamtweltcup.

Elisabeth Görgl beendete für Österreichs Damen eine fast drei Jahre lange Durststrecke in der Abfahrt. Der Sieg im Super-G ging an Fabienne Sutter (Schweiz). Überraschend leer ging die wie Höfl-Riesch angeschlagene Amerikanerin Lindsey Vonn als Vierte und 18. aus. In Cortina will sie am kommenden Wochenende ausgeruht und dann wieder gegen die deutsche Dauerrivalin an den Start gehen. Höfl-Riesch will sich am Montag beim Arzt Grünes Licht holen.

Neureuther nimmt Aus gelassen 

Im Zielraum von Adelboden bangte Maier bei Neureuthers furiosem Ritt im ersten Durchgang mit. Der zweimalige Weltcup-Gewinner kam nicht fehlerfrei, aber verdammt schnell durch den Stangenwald. Das war tags zuvor auch schon Dopfer geglückt. Erst am vorletzten Tor des ersten Durchgangs war sein bis dahin erfolgreicher Angriff auf Hirschers Bestzeit vorbei. "Das ist im Sportlerleben so, dass es mal bergauf und mal bergab geht. Die ersten Rennen sind definitiv richtig gut gelungen", sagte Dopfer, Riesenslalom-Dritter von Beaver Creek.

Stetig bergauf ging es die vergangenen Wochen für Neureuther. Zweimal schaffte er es bereits auf das Podest in diesem Winter. Zum dritten Stockerl in Adelboden reichte es nicht. "Natürlich ist es schade, aber wenn es eindeutig war, ist es klar. Ich selbst hatte nicht das Gefühl", meinte der 27-Jährige. Die nächsten Chancen kommen bald: In Wengen, Kitzbühel und Schladming stehen im Januar die nächsten Torläufe an.

Rebensburg "extrem angefressen" 

Die Damen bekommen gleich am kommenden Wochenende die Gelegenheit, es in Abfahrt und Super-G besser zu machen. "Natürlich ist es besser, wenn man ausscheidet und man war schnell unterwegs als wenn man langsam war. Das ist sicher positiv, das ist das aufbauende", sagte Rebensburg und mühte sich "extrem angefressen" das missratende Wochenende ein bisschen gutzureden.

In Topform zeigen sich zu Jahresbeginn die Österreicher. "Wir haben ein riesiges Wochenende gehabt, keine Frage", sagte Herren-Cheftrainer Mathias Berthold. Beim Sieg im Riesenslalom fing Hirscher noch seinen Landsmann den Doppel-Olympiasieger Benjamin Raich ab, der sein bestes Ergebnis seit seinem Comeback nach dem Kreuzbandriss bei der WM im vergangenen Februar erreichte.

sportal.de / sportal

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