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Leichtathletik-Meisterschaften Sprinter Happio wird kurz vor Start niedergeschlagen – und gewinnt trotzdem

Der Sprinter Wilfried Happio hat ein Pflaster am verletzten Auge und sein Stirnband über sein Auge gezogen
Der französische Sprinter Wilfried Happio ging nach dem Angriff trotz seiner Verletzungen an den Start
© Sameer Al-Doumy / AFP
Bei den Leichtathletik-Meisterschaften in Caen wurde der französische Sprinter Wilfried Happio beim Aufwärmen von einem Fremden attackiert. Trotz Verletzungen an Auge und Nase ging er an den Start und gewann in persönlicher Bestzeit. 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RTL.de

Rund 20 Minuten bevor Happio in den Startblock kletterte, attackierte ihn plötzlich ein Fremder. Glück im Unglück: Sein Trainer Olivier Vallaeys war an seiner Seite. Er wurde Zeuge des Prügel-Angriffs, ging sofort dazwischen und konnte den Täter überwältigen.

"Ein Typ kam aus dem Nichts und fragte ihn, ob er Wilfried Happio sei, und ging plötzlich auf ihn los. Ich habe ihn dann versucht, festzuhalten", schilderte Vallaeys später die Szene gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Wir stehen unter Schock. Der Typ wurde festgenommen. Wilfried geht's gut. Aber ich habe keine Worte, das war pure Aggression. Das ist ein Skandal. Das sind Methoden von Wilden."

Happio: Mit nur einem Auge zum Titel "ein gutes Gefühl"

Wild war aber auch der weitere Wettkampftag von Happio. Sein verletztes linkes Auge wurde mit einem Pflaster provisorisch versorgt. Damit dieser Schutz während seines Laufs nicht abfiel, trug er dann sein Stirnband schief übers Gesicht verlaufend als "Augenklappe".

Mit nur einem Auge ideal die Hürden überspringen? Eine noch größere Herausforderung für den Sprinter.

Trotzdem ging Happio an den Start – und all das Adrenalin setzte Kräfte frei: Er wurde französischer Meister, gewann in persönlicher Bestzeit von 48,57 Sekunden – die fünftbeste Zeit, die jemals ein Landsmann auf dieser Distanz gelaufen ist. Und gleichzeitig buchte der 23-Jährige auch noch das Ticket zur Leichtathletik-WM Mitte Juli in den USA.

Bei all der Freude für den Sieger, teilte der französische Verband mit, dass der Angreifer mittlerweile identifiziert sei. Für Happio im Moment des Erfolgs unbedeutend: "Ich habe keine Lust, auf den Zwischenfall einzugehen", sagte er danach mit Tränen im unverletzten Auge. "Der wird nun untersucht. Aber das Rennen war mit nur einem Auge viel komplizierter. Aber das Gefühl war gut."

RTL.de/ana

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