Turnier-Boxen Abraham prügelte Taylor ins Krankenhaus


In der zwölften Runde, kurz vor dem Gongschlag, schickte Arthur Abraham seinen Gegner Jermain Taylor mit einem K.o.-Schlag auf die Bretter. Taylor erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und liegt nun im Krankenhaus.

Arthur Abraham prügelt auch im Supermittelgewicht die Gegner krankenhausreif: Als US-Box-Star Jermain Taylor kurz vor dem Schlussgong bedenklich regungslos im Berliner Ringstaub lag, konnte sich Abraham ein breites Grinsen nicht verkneifen. "Er hat gedacht, ich schlage nicht mehr zu. Dann hat es Bumm gemacht, und danach war Schluss", schilderte der einstige IBF-Weltmeister den spektakulären Sieg sechs Sekunden vor Ende. Noch im Ring sagte Taylor: "Er hat mich kalt erwischt."

Der Ex-Champion musste in der Nacht zum Sonntag ins Krankenhaus. Dort wurde eine schwere Gehirnerschütterung festgestellt, Taylor konnte zunächst nicht nach Hause reisen. Nach Informationen der "B.Z." verließ der Amerikaner am Sonntag auf eigenen Wunsch die Klinik und checkte aus seinem Hotel aus. Den Kampf zwischen Abraham und Taylor verfolgten im TV sechs Millionen Zuschauer.

Abraham holte mit dem K.o. seinen 31. Sieg bei seinem 31. Kampf (davon 25 Knockouts). Damit hat er beste Chancen, sich ins Halbfinale des Sechser-Turniers vorzukämpfen. Abrahams nächster Gegner wird am 23. Januar Andre Dirrell sein. Direll unterlag Englands WBC-Weltmeister Carl Froch am Samstagabend in Nottingham knapp mit 1:2-Punktrichterstimmen - und kämpft nun gegen Abraham um seine letzte Halbfinal-Chance. In der Favoritenrolle des Turniers ist WBA-Weltmeister Mikkel, der am 21. November in Oakland gegen Olympiasieger Andre Ward aus den USA kämpft.

Die Sache mit den Tiefschägen

Wie die "Welt" unter Berufung auf Ringarzt Walter Wagner berichtete, muss Taylor einige Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Taylor litt nach dem Kampf unter starken Kopfschmerzen. Sein Promoter Lou DiBella sagte, dies komme von dem harten Aufschlag auf dem Ringboden. Taylor habe nicht gewusst, in welcher Runde er k.o. gegangen sei. Mit dem Sieg habe sich Abraham sehr viel Respekt in den USA verschafft, ließ DiBella wissen.

Abraham hatte Taylor schon in der neunten Runde schwer ins Wanken gebracht. Der Amerikaner konnte sich nur dank seiner Routine in die nächsten Runden retten - Abraham, der sich nicht komplett verausgaben wollte, lauerte auf seine Chance. Als er kurz vor Schluss seinen Gegner mit einer Rechten genau an am Kinn traf, verwandelte sich die mit 14.000 Fans gefüllte Arena in ein Tollhaus. "Ich wollte ihn ein bisschen austricksen", sagte Abraham, der in der Endphase mit einer zerrissenen Hose kämpfte und anfangs einige Tiefschläge einstecken musste. "Ich habe Angst gehabt, dass ich keine Kinder mehr bekomme", witzelte er.

Taylor kassierte in dem hochklassigen Duell die vierte Niederlage in fünf Kämpfen.

DPA DPA

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