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#Metoo-Debatte: Ex-Top-Managerin Simone Menne: Beim Sexismus in der Wirtschaft geht es um Macht

Sexuelle Übergriffe gibt es auch in der Wirtschaft. Dabei gehe es mehr um Macht als um Sex, sagt Ex-Top-Managerin Simone Menne im stern. Frauen müssten trotzdem gestalten - und zwar mehr als Geburtstagskuchen.

Von Silke Gronwald und Lorenz Wolff-Doettinchem

Ex-Top-Managerin Simone Menne im stern über #Metoo und dass Frauen gestalten müssen

Ex-Top-Managerin Simone Menne zur #Metoo-Debatte: In der Wirtschaft geht es eher um Macht als um Sex.

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Die ehemalige Top-Managerin Simone Menne hat den Sexismus in deutschen Chefetagen kritisiert. "Hollywood ist überall", sagte Menne in einem Gespräch mit dem stern. Sexuelle Übergriffe gebe es nicht nur in der Film- und Theaterwelt gibt, sondern auch in der Wirtschaft. Es ginge dabei aber nicht in erster Linie um Sex, sondern um Macht. "Männer demonstrieren ihre Überlegenheit, indem sie sich gegenüber Frauen bestimmte Dinge herausnehmen. Damit zeigen sie allen anderen Männer in der Runde: Hey, ich bin der Boss, ich darf das."

Simone Menne war eine der ersten Frauen im Vorstand eines Dax-Konzerns. Sie war von 2012 bis 2016 Finanzvorstand der und bis Ende 2017 in der Geschäftsführung des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim. Heute arbeitet sie als Mentorin für weibliche Nachwuchsführungskräfte und ist Aufsichtsrätin in internationalen Konzernen wie BMW, DHL und Johnsons Controls International.

Frauen müssen mehr gestalten

In ihrer Zeit bei der Lufthansa habe sie erlebt, wie andere Vorstandskollegen versucht haben, sie als "Erbsenzählerin" zu diskreditieren und sich abfällig über sie geäußert haben: "Ja, ja, die Buchhalterin hat's mal wieder nicht verstanden. Aber muss sie ja auch nicht. Die haben wir halt, weil wir sie haben müssen, wisst ihr ja."

Erste Frau im Lufthansa-Vorstand: Simone Menne mit Carsten Spohr

Bei der Lufthansa hatte sich Diplom-Kauffrau Simone Menne von der Revision zur ersten Finanzchefin des Dax-Konzerns hochgerarbeitet. Vorstandschef wurde 2014 aber Carsten Spohr (re.)

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Trotz aller Schwierigkeiten findet es Simone Menne wichtig, dass Frauen Verantwortung für Gesellschaft und Wirtschaft übernehmen. "Frauen müssen mehr gestalten als den Geburtstagskuchen", sagt sie angesichts der Tatsache, dass sich viele talentierte Frauen den Machtkampf und das "Alpha-Männchen-Gehabe" nicht antun wollen und ins Private zurückziehen.

Simone Menne: Do-it-yourself-Trend Falle für Frauen

Äußert kritisch beobachtet sie den boomenden Do-it-yourself-Trend. Frauen würden dadurch regelrecht "sediert". Ihnen würde vermittelt, der perfekte Tag bestünde daraus, die schönste Schultüte zu basteln und die saftigsten Muffins für den Basar zu fabrizieren. "Im Zweifelsfall bekommen Frauen so mehr positives Feedback, als wenn sie in der Firma in Konkurrenz zu einem Mann treten". Das sei eine echte gesellschaftliche Falle für Frauen.

In der Frage der Quoten nimmt eine differenzierte Haltung ein. In Aufsichtsräten habe sich die Quote bewährt. Sie sei aber gegen eine Frauenquote auf der Vorstandsebene: "Wenn ich jemanden brauche, der die fachliche Qualifikation hat, der Ahnung von der Branche hat, der in die Firma passt, sich mit den den anderen Managern versteht und dann auch noch eine Frau sein muss – dann ist die Auswahl heute noch schwierig bis unmöglich."

Das gesamte Gespräch mit Simone Menne lesen Sie im aktuellen .