VG-Wort Pixel

Kasper Rorsted "Keine nachhaltige Lösung": Adidas-Chef gegen gesetzliche Frauenquote in Vorständen

Adidas-Chef Kasper Rorsted gestikuliert
Adidas-Chef Kasper Rorsted kritisiert die Quote: Würde ihm jemand sagen, er sei Chef geworden, weil er Däne sei, bliebe für ihn ein "Beigeschmack".
© Daniel Karmann / DPA
Die Bundesregierung will per Gesetz mehr Frauen in Vorstände bringen. Adidas-Chef Kasper Rorsted sieht dadurch das Leistungsprinzip ausgehebelt.

Der Chef des Sportartikel-Herstellers Adidas, Kasper Rorsted, hält sehr wenig von einer gesetzlichen Frauenquote für Unternehmensvorstände. "Die gesetzliche Quote wird uns nicht helfen", sagte der Manager der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Diese Regelung sein "keine nachhaltige Lösung". Wenn ein Unternehmen ein diverses Führungsteam wolle, funktioniere das auch, "nicht über Nacht, aber es klappt".

Eine Frau im Adidas-Vorstand

Die Bundesregierung hatte kürzlich einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der die Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst verbessern soll. Vorgesehen ist, dass in Vorständen von börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen, die mehr als drei Mitglieder haben, mindestens ein Mitglied eine Frau und ein Mitglied ein Mann sein muss.

Adidas wird von einem Vorstand mit sechs Mitgliedern geleitet – darunter ist eine Frau. Die Frauenquote verträgt sich für Rorsted nicht mit dem von ihm gelebten Leistungsprinzip. "Ich habe mir immer gesagt, wenn ich zu einer Minderheit gehören würde, würde ich gerne das Leistungsprinzip haben", sagte er der "Bild". "Die Konsequenz von Leistung ist, dass alle gleichberechtigt behandelt werden." Würde ihm jemand sagen, er sei Chef geworden, weil er Däne sei, bliebe für ihn ein "Beigeschmack".

anb AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker