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"Höhle der Löwen"-Kandidat Silvio: Seine Kekse sind legale Aufputschmittel

Kekse, die glücklich machen: Hört sich illegal an, ist es laut Silvio Lubenow aber nicht. Für seine Cookie-Produktion will er Geld von der "Die Höhle der Löwen"-Jury haben. Im Interview erzählt er vom Dreh, und davon, mit seiner Ehefrau ein Start-up zu gründen.

Von Alica Müller

Die beiden Gründer von "Mind Cookies" präsentieren ihr Start-up in "Die Höhle der Löwen"

Kekse mit dem gewissen Etwas: Für diese Idee wollen Silvio und Maren Lubenow 25.000 Euro von der Löwen-Jury.

Maren und Silvio Lubenow waren müde und hungrig - eine üble Kombination, bei der auch ein Kaffee nicht mehr hilft. Deshalb haben sie "Mind Cookies" erfunden - Kekse, die wach und glücklich machen sollen. Damit wollen sie vor allem für mehr Motivation auf der Arbeit sorgen und planen, bis Ende des Jahres 300.000 Kekse verkauft zu haben. Dienstagabend stellen sie in der Vox-Start-up-Show "Die Höhle der Löwen" ihr Produkt vor und wollen die Jury überzeugen, 25.000 Euro in ihre Kekse zu investieren.

Herr Lubenow, Sie verkaufen Kekse, die wach und glücklich machen sollen. Ist das legal?

Wir arbeiten in unseren Keksen mit Guaraná, quasi Koffein, dazu gibt es Vitamine und eine spezielle Kräutermischung – die kommt aus Holland. Wenn das die Leute hören, lachen sie immer und sagen: "Ja, die kenne ich." Ich muss dann widersprechen: Unsere Kekse schränken nämlich nicht die Fahrtüchtigkeit ein. Der Keks soll wacher machen und anregen, die To-Do-Liste abzuarbeiten. Das Prinzip ist: Wenn der Stapel auf dem Schreibtisch ins Unendliche steigt - schnapp dir einen Keks.

Und wie kommt man auf so eine Idee?

In dem Unternehmen, in dem ich vorher gearbeitet habe, war ich immer der Motivator. Die gute Laune scheint mir angeboren zu sein und fließt durch meine Adern. Und irgendwann dachte ich mir: "Man sollte dafür sorgen, dass alle mehr Spaß haben." Die Idee kam dann, als ich mit meiner Frau beim Abendstudium saß. Es war spätabends und wir konnten nicht mehr. Wir wollten einen Energiekick und etwas, dass auch satt macht – ein weiterer Energydrink wäre langweilig gewesen. Und so sind wir auf den Keks gekommen.

Das Unternehmen haben Sie dann zusammen mit Ihrer Frau gegründet. Wie ist es, als Ehepaar zusammenzuarbeiten?

Meine Frau und ich sind seit siebzehn Jahren zusammen. Es ist schön, auch bei der Arbeit viel Zeit miteinander zu verbringen. Wenn es in der Beziehung mal nicht so gut läuft, wenn man zum Beispiel zum Termin fährt und sich auf dem Weg streitet, dann muss es aber trotzdem funktionieren. Im Umkehrschluss heißt das auch: Wenn man Erfolg hat, hat man sofort den Richtigen zum Feiern da. Es gibt also gute und schlechte Zeiten, wie im echten Leben.

Sie arbeiten schon seit vier Jahren an Mind Cookies. Was war die größte Herausforderung als Gründer?

Optimistisch zu bleiben. Auch wenn mal wieder alles schief läuft. Wir hatten zuerst Probleme mit dem Hersteller, dann war die Produktion zu teuer. Mittlerweile passt alles. Es ist eine riesige Herausforderung, diese Aufs und Abs – und trennt unter den Unternehmern auch die Spreu vom Weizen.

Was hat Sie nun daran gereizt, an "Die Höhle der Löwen" teilzunehmen?

Für uns ist natürlich die große Reichweite und Medienpräsenz wichtig. Das macht sich im Vertrieb bemerkbar und man bekommt neue Kontakte. Egal, ob die Löwen einsteigen oder nicht – nach der Sendung geht es für viele Kandidaten steil bergauf.

Wie haben Sie sich auf den Dreh vorbereitet?

Wir haben den Pitch bis zum Erbrechen geübt. Man hätte mich nachts wecken können, ich hätte alle Zahlen gewusst. Auf dem Weg von Berlin nach Köln sind wir dann noch mal alles durchgegangen. Mit 50.000 verkauften Keksen hatten wir zum Glück auch etwas Fleisch für die Löwen dabei.

Und wie war es dann, als die Aufzeichnung begann?
Wenn man vor dieser Holztür steht, pocht die Aufregung wirklich durch den ganzen Körper. Und dann schreitet man durch diesen Löwenkäfig – für solche Adrenalinkicks nimmt Herr Schweizer viel Geld. Vor der Jury wirkt alles ganz anders als im Fernsehen. Der Abstand zu den Investoren ist viel größer, es ist ein bisschen dunkler und man ist einfach unglaublich aufgeregt. Die Löwen legen den Finger schon in jede Wunde, wenn sie ihr Geld investieren sollen. Es ist wirklich ein Hauen und Stechen. Aber es hat Spaß gemacht und ich würde das jederzeit wieder machen – auch wenn ich mich vielleicht anders vorbereitet hätte.

Herzlichen Dank für das Interview, Herr Lubenow!