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Umfrage: Deutsche fordern: Schluss mit dem Feiertags-Chaos

Feiertag oder nicht: In den Bundesländern schwankt die Anzahl gesetzlicher freier Tage zwischen 9 und 13. 2017 wird der Reformationstag einmalig bundesweit begangen. Anlass für eine Umfrage, die zeigt: Die meisten Deutschen halten wenig von den Unterschieden.

Reformationstag 2017 einheitlich - Deutsche wollen einheitliche Feiertage

Für viele Deutsche 2017 ein zusätzlicher Feiertage: Zum 500. Jahrestag wird der Reformationstag bundesweit begangen 

Eine breite Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland ist dafür, dass der Reformationstag künftig bundesweit ein Feiertag ist. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. 72 Prozent sind demnach dafür, 17 Prozent dagegen, 11 Prozent haben keine Meinung dazu. Anlass der Umfrage: Zum Reformationsjubiläum 2017 ist der 31. Oktober zunächst nur einmalig ein allgemeiner Feiertag in ganz Deutschland. Normalerweise wird der Reformationstag nur in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Die Bevölkerung ist auch mit 61 Prozent mehrheitlich dafür, dass es deutschlandweit in allen Bundesländern gleich viele gesetzliche Feiertage geben sollte - und zwar so viele wie im Land mit den meisten freien Tagen. Das ist Bayern, wo an 13 Tagen besondere Anlässe begangen werden. Überdurchschnittlich viele sagen dies etwa im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (69 Prozent) oder auch in Sachsen (66 Prozent).

Wer viele Feiertage hat, will keine Einheitslösung

Vollkommen dagegen, in ganz Deutschland gleich viele Feiertage zu haben, sind bundesweit 13 Prozent. Überdurchschnittlich dagegen sind etwa die feiertagsverwöhnten Menschen in Bayern (22 Prozent), Rheinland-Pfalz (17 Prozent) oder Baden-Württemberg (14 Prozent).

Deutschlandweit finden 6 Prozent, es solle so viele Feiertage wie im Bundesland mit den wenigsten Feiertagen geben. 13 Prozent sagen, es solle gleich viele geben, aber mit einer anderen Zahl als der höchsten oder niedrigsten im Ländervergleich. 7 Prozent haben keine Meinung dazu. Im Moment gibt es je nach Bundesland zwischen 9 und 13 Feiertagen. Am wenigsten gibt es vor allem im Norden: in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg sowie in der Hauptstadt Berlin.

Reformationstag ist am beliebtesten

Wenn sich die Menschen bundesweite Feiertage aus den regional bereits vorhandenen aussuchen dürften (wobei Mehrfachnennungen möglich waren), dann läge der evangelisch geprägte Reformationstag (49 Prozent) vor dem katholischen Feiertag Allerheiligen am 1. November (48 Prozent). Den Tag der Heiligen Drei Könige am 6. Januar zum Beispiel fänden 44 Prozent gut. Den früher bundesweit und seit 1995 nur noch in Sachsen existierende Buß- und Bettag im November hätten 40 Prozent gerne wieder in ganz Deutschland. Einen ganz neuen, anderen Feiertag wünschen sich 8 Prozent.

Gefragt danach, ob es für eine andere Weltreligion als das Christentum einen bundesweiten Feiertag in Deutschland geben sollte, beantworten 68 Prozent strikt mit Nein, es sollte "für keine von diesen Weltreligionen" einen Feiertag in Deutschland geben. Befürworter eines nicht-christlichen, aber religiösen Feiertages sprachen sich - bei möglicher Mehrfachnennung - zu 10 Prozent für einen muslimischen Feiertag und zu 9 Prozent für einen jüdischen Feiertag aus. Einen buddhistischen Feiertag fänden 5 Prozent gut, einen hinduistischen 4 Prozent.

Feiertag auf einem Sonntag? Bitte nicht nachholen!

YouGov fand außerdem heraus, dass es eine Mehrheit von 53 Prozent der Menschen in Deutschland wenig sinnvoll findet, dass Arbeitnehmer einen Feiertag nachholen können sollten, wenn dieser auf einen Sonntag fällt. In anderen europäischen Ländern ist es durchaus üblich, Feiertage nachzuholen. Dennoch sind nur 41 Prozent in Deutschland dafür, dass es auch in der Bundesrepublik so sein sollte. 6 Prozent haben der Umfrage zufolge keine Meinung dazu.

2016 hatten rund um den Tag der Arbeit am 1. Mai, der auf einen Sonntag fiel, Politiker von Linken und Grünen für eine Nachholregelung geworben. Auch der erste Weihnachtsfeiertag war in diesem Jahr ein Sonntag. 2017 fällt auch Neujahr auf einen Sonntag.

dho/Gregor Tholl / DPA