Billigflieger »Geiz«-Ticket billiger als ein Paar Schuhe


Der Nachteil: Um bei der Schnäppchenjagd an die wirklich billigen Tickets heran zu kommen muss man muss früh dran sein. Auch sonst ist einiges beim Buchen zu beachten.

Jetzt kann die Schnäppchenjagd auch am Himmel so richtig losgehen: Europaweite Flugtickets kosten seit neuestem weniger als ein Paar Schuhe. Nach Venedig abheben zum Spottpreis von 20 oder 30 Euro ist kein Traum mehr. Auch innerdeutsch fliegt man ähnlich günstig. Die Tarife mächtig ins Trudeln gebracht haben britische und irische Billigfluglinien wie Easyjet oder Ryanair. Nun kommt das Preiskarussell mit dem Einstieg deutscher Anbieter wie Germanwings, Air Berlin, Germania und ab Dezember Hapag Lloyd Express (hl) richtig in Schwung.

Preise oft ohne Steuern angegeben

Vom Kampf um die verlockendsten »Geiz«-Angebote können die Verbraucher nur profitieren. Doch aufgepasst: Wie immer bei Super-Sonder-Schnäppchen ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Je reißerischer der Schleuderpreis, desto genauer sollten Reiselustige hingucken. »Da werden Tickets von den britischen Inseln aus für unglaubliche 99 Cents beworben, die notwendigen Steuern und Sicherheitsgebühren aber unterschlagen«, sagt Markus Saller, Jurist der Verbraucherzentrale Bayern. Inklusive Aufschläge summiert sich das Ganze dann auf 21 Euro.

Je früher, je billiger

Wer überhaupt einen der begehrten Sparflüge ergattern will, sollte eins tun: möglichst weit im Voraus planen und buchen. Denn nicht jeder Platz in der Billig-Airline ist für den Supersparpreis zu kriegen. Für die extrem günstigen Tickets sind in der Regel nur einige Sitze in der Maschine reserviert. Wer zu spät kommt, muss mehr zahlen bis hin zu Tarifen, die sich Linienflug-Niveau annähern, wie Saller und die Verbraucher Initiative in Berlin gleichermaßen betonen. Die Billigkontingente liegen bei deutschen Anbietern zwischen etwa zehn und 50 Prozent, je nach Gesellschaft.

Freiflüge für registrierte Nutzer

Der Geheimtipp des Nachrichtenmagazins »Focus« für enttäuschte Zuspätkommer: Bei der Wunsch-Airline per E-Mail registrieren lassen. Ryanair, Easyjet und andere verschenkten regelmäßig Tausende Freiflüge, schrieb das Magazin.

Nur Online-Buchung ist billig

Wer sein Buchungsglück nicht direkt übers Internet versucht, muss mit Extra-Kosten rechnen. Wird beispielsweise über die Telefonhotline von hl-express reserviert, ist ein Aufschlag von 7,50 Euro fällig. Ähnliches kann auch bei Bestellungen übers Reisebüro passieren - falls Billigflüge dort überhaupt buchbar sind. »Ärgerlich ist, dass man bei Reisebüros anfragt, aber komplett unterschiedliche Angaben zur Verfügbarkeit der Flüge bekommen kann«, berichtet Saller. Da hake es noch gewaltig. Und noch etwas muss der Billigflieger einkalkulieren: Umbuchen geht nur selten zum Nulltarif, Stornieren auch nicht.

Verpflegung kostet extra

Hat ein Glücklicher ein Ticket-Schnäppchen an Land gezogen, heißt es weiter vorausschauend planen, damit der Ausflug auch wirklich billig bleibt. Mit knurrendem Magen sollte sich niemand in den Billigflieger setzen. Die Bordverpflegung kostet meist extra, die Preise sind alles andere als billig.

Lage und Erreichbarkeit der Flughäfen beachten

Die Freude am Sparen vergeht auch schnell, wenn der deutsche Abflughafen kilometerweit entfernt liegt oder nach der Landung auf Provinzflughäfen »tote Hose« herrscht. Geht spätabends kein Bus mehr, bleibt nur das teure Taxi. Von sehr abgelegenen Airports wie Stansted nördlich von London kann auch eine Zugfahrt ins Stadtzentrum kostspielig werden. »Da erlebt manch einer eine böse Überraschung, wenn für den Zug nochmal 50 Euro nötig sind, mehr als für den ganzen Flug«, meint Saller.


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