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Globaler Vermögensreport: So reich sind die Deutschen im Vergleich

Der Global Wealth Report der Allianz zeigt: Die Deutschen sind reich, haben aber weniger Geld als viele Nachbarn. Die niedrigen Zinsen treffen die deutschen Sparer mehr als andere.

Von Daniel Bakir

Die Deutschen sparen mehr als andere, nutzen aber wenig lukrative Anlagen

Die Deutschen sparen mehr als andere, nutzen aber wenig lukrative Anlagen

Betrachtet man die gesamte Welt, sollten sich die Deutschen nicht beschweren. Schließlich gehören sie zu den reichsten Bürgern dieser Erde. Laut dem Allianz Global Wealth Report 2014 hat jeder Bundesbürger ein Geldvermögen von 44.280 Euro - zumindest statistisch gesehen, wenn man das gesamte Vermögen minus Verbindlichkeiten auf alle Köpfe verteilen würde. Damit liegt Deutschland weltweit auf Platz 16, vor Österreich, das von den Deutschen im vergangenen Jahr überholt wurde.

Allerdings: Die meisten anderen Nachbarn haben mehr Geld. Frankreich, Italien, Dänemark, Niederlande und Belgien liegen vor Deutschland - die Schweiz sowieso. Man darf das Ranking nicht überbewerten, schließllich ist etwa Immobilienbesitz ebenso wenig enthalten wie der Wert einer guten Krankenversicherung.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die deutschen Sparer mehr unter den niedrigen Zinsen im Euroraum leiden als die meisten ihrer Nachbarn. Sie haben vergleichsweise wenig Schulden, aber dafür überdurchschnittlich viel Geld auf dem Sparbuch geparkt, wo es derzeit so gut wie keinen Ertrag abwirft. "Hier rächt sich für die deutschen Sparer ihre hohe Affinität zu (Sicht)einlagen", heißt es in dem Report.

Während die niedrigen Zinsen deutschen Haushalten in den vergangenen Jahren unterm Strich Verluste gebracht hätten, profitierten andere Nationen davon, rechnen die Autoren vor. Unter den Profiteuren sind vor allem Krisenstaaten wie Portugal, Spanien und Griechenland, aber mit Italien, Frankreich und Niederlande auch Länder, die im Geldranking vor den Deutschen liegen.

Einerseits verschaffe die derzeitige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank den privaten Haushalten in den Krisenländern wie erhofft Entlastung, heißt es in der Studie, "andererseits verursachen dieselben Maßnahmen für die deutschen Haushalte zusätzliche Kosten und schränken Konsummöglichkeiten ein".

Wo sich die Ungleichheit vergrößert

Interessant ist auch, wie sich die Verteilung des Vermögens innerhalb der Länder verändert. Weltweit gesehen gebe es in den vergangenen zehn Jahren keinen eindeutigen Trend zu mehr Ungleichheit, schreiben die Autoren. Aber: Ausgerechnet in einigen besonders großen Ländern - USA, Indien, Russland - verteilen sich die Vermögen immer schlechter. Auch in Frankreich, Irland, Italien oder der Schweiz nahm die Ungleichheit zu. Deutschland zählt der Studie zufolge nahezu unverändert zu den Ländern, in denen die Vermögen ziemlich ungleich verteilt sind.