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Sparen: Rente aus China?

Es gibt ein Mittel gegen Altersarmut: dort investieren, wo die Wirtschaft wächst. Zum Beispiel in Asien.

Die Kaufkraft der Rentner sinkt. Seit zwei Jahren gibt es Nullrunden, die steigenden Preise werden nicht mehr ausgeglichen. Und für künftige Rentner ist geplant: Von 2012 an soll das Bezugsalter für das volle Altersgeld schrittweise auf 67 Jahre angehoben werden - und die Rente fällt niedriger aus als bisher. Denn bis zum Jahr 2030 soll das Niveau von heute rund 70 auf etwa 67 Prozent des letzten Nettoverdienstes sinken. Noch weniger gibt es, wenn Arbeitnehmer weniger als 45 Jahre eingezahlt haben. Magere Aussichten für Alt und Jung. Einziger Vorteil der Jungen: Sie haben noch Zeit, um privat für mehr Rente zu sparen.

Aber wo und wie? Ökonomen geben eine simple Antwort: Investiere dort, wo die Volkswirtschaften jung und dynamisch sind. Das sind Länder wie China mit rund neun Prozent Wachstum, Indien und Russland mit zuletzt sieben Prozent, aber auch Brasilien und Südafrika, deren Wirtschaft in diesem Jahr jeweils um rund vier Prozent zulegt. Nur: Wie sollen heimische Vorsorgesparer davon profitieren?

Einfacher, als viele glauben.

Denn in zahlreichen Angeboten zur privaten und betrieblichen Altersvorsorge stecken China, Indien & Co. schon drin. Wer zum Beispiel bei der Deutsche-Bank-Tochterfirma DWS einen Riester-Fondssparplan ("DWS Top-Rente") abgeschlossen hat, investiert zu einem kleinen Teil ganz regelmäßig in die aufstrebenden Regionen. Klaus Kaldemorgen, Manager des DWS Vermögensbildungsfonds I, hat derzeit mehr als 100 Millionen Euro (fast zwei Prozent des Fondskapitals) in indischen Aktien angelegt.

Auch mit der "Uni-Profi-Rente", dem Riester-Fondsangebot der Volks- und Raiffeisenbanken, ist der Sparer am wirtschaftlichen Erfolg der Schwellenländer beteiligt. "Wir haben zuletzt ansehnliche Gewinne mit russischen Ölaktien gemacht", sagt Thomas Meier, Manager des Uni-Global-Fonds, der in der Uni-Profi-Rente enthalten ist.

Ältere und stark sicherheitsorientierte Verbraucher können auch private Rentenversicherungen oder Banksparverträge in Riester-Form abschließen. Zusätzlich hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf eine von fünf Betriebsrenten-Arten: Direktversicherung, Direktzusage, Unterstützungskasse, Pensionskasse oder Pensionsfonds - einfach den Chef, die Personalabteilung oder den Betriebsrat fragen.

Auch in diesen Angeboten steckt die globale Wachstumsidee. So kaufen Versicherungen, Unterstützungs- und Pensionskassen etwa Aktien von BASF, Siemens, Deutsche Bank oder Bayer; alles Firmen, die ihrerseits auf Geschäfte in Schwellenmärkten setzen. Die Größenordnung solcher Geschäfte zeigt das Beispiel Siemens: Die Münchner haben vergangene Woche 60 ICE-Züge nach China verkauft; für knapp 670 Millionen Euro. Noch wichtiger: China benötigt laut Siemens noch weitere 700 Züge. Zum Vergleich: Die Deutsche Bahn hat rund 200 ICEs im Einsatz, 41 weitere sind bestellt. Für Riester-Rentensparer ist ein Verlustgeschäft ausgeschlossen: Alle Anbieter müssen mindestens das eingezahlte Geld plus die hohen staatlichen Zulagen wieder auszahlen - egal, wie gut es mit der Wirtschaft geklappt hat.

Frank Donovitz / print