Wolfowitz-Nachfolge Bush nominiert Robert Zoellick


US-Außenministerin Condoleezza Rice bezeichnete ihn als ihr "Alter Ego", und die internationale Gemeinschaft scheint mit der Nominierung des Ex-Vize-Außenministers keine Probleme zu haben - jetzt wurde Robert Zoellick von George W. Bush als Weltbank-Präsident nominiert.

Der frühere US-Vizeaußenminister Robert Zoellick soll neuer Weltbank-Präsident werden. Ein hoher Regierungsbeamter teilte in Washington mit, US-Präsident George W. Bush werde seine Entscheidung über den Nachfolger von Paul Wolfowitz am Mittwoch offiziell bekannt geben.

Der 53 Jahre alte Zoellick war unter anderem Vermittler der US-Regierung bei den Gesprächen zur Beendigung der Krise im Sudan und auch Bushs Chefdiplomat in den Verhandlungen über Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation. Mitte vergangenen Jahres trat er als Vizeaußenminister zurück und wechselte zur Investmentbank Goldman Sachs. US-Außenministerin Condoleezza Rice bezeichnete ihn zum Abschied als ihr "Alter Ego" im State Departement.

Konsequenzen aus Gehaltserhöhung für Freundin

Wolfowitz hat Mitte Mai seinen Rücktritt zum 30. Juni erklärt. Er zog damit die Konsequenzen aus der wachsenden Kritik an einer Gehaltserhöhung für seine Freundin, die nach seinem Amtsantritt von der Weltbank zum US-Außenministerium versetzt wurde. Traditionell steht ein Amerikaner an der Spitze des Weltfinanzinstituts, während der Internationale Währungsfonds (IWF) von einem Europäer geleitet wird.

Bei der Nominierung von Wolfowitz im Jahr 2005 hatte Bush viele europäische Regierungen vor den Kopf gestoßen, weil der damalige stellvertretende US-Verteidigungsminister bis dahin nur als Architekt des Irak-Kriegs bekannt war.

Die Reaktionen auf die Nominierung des früheren Handelsbeauftragten Zoellick sind bislang positiv. Finanzminister Henry Paulson, der von Bush mit der Suche nach einem Wolfowitz-Nachfolger beauftragt wurde, hatte erklärt, er berate sich mit anderen Staaten. Das Weiße Haus erwarte, dass der ehemalige US-Handelsbeauftragte Zoellick vom Direktorium der Weltbank bestätigt werde, sagte der Gewährsmann weiter.

Das Gremium veröffentlichte jetzt eine Erklärung, in der es heißt, es sei wichtig, dass der neue Präsident Führungsqualitäten habe und Erfahrung in der Leitung einer großen internationalen Organisation. Man sei darüber informiert worden, dass die USA einen Kandidaten nominieren wollten. Doch könne ein Vorschlag von jedem Exekutivdirektor gemacht werden, so das Direktorium.

AP AP

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