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Hartz-Flop: Personal-Service-Agentur Maatwerk ist pleite

Die größte Zeitarbeitpartner der Bundesagentur für Arbeit, Maatwerk, hat Insolvenz angemeldet. Mindestens 10.000 Menschen, die die Personal-Service-Agentur als Leiharbeitnehmer beschäftigt hat, sind von Arbeitslosigkeit bedroht.

Nach der Insolvenz der deutschen Tochterfirma des niederländischen Arbeitsvermittlers Maatwerk fürchtet die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Deutschland den Verlust von mindestens 10.000 Arbeitsplätzen.

10.000 Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht

Die Maatwerk Gesellschaft für Arbeitsvermittlung mbH hatte am Montag nach Gerichtsangaben Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hamburg gestellt. Die BA erklärte daraufhin in Nürnberg, sie habe alle Verträge mit der Firma gekündigt, die bundesweit 201 Personal-Service-Agenturen eingerichtet habe und als größter Betreiber dieser Agenturen rund 9500 ehemalige Arbeitslose als Leiharbeitnehmer beschäftige. Zudem gehörten rund 600 Arbeitnehmer der Stammbelegschaft an. "Somit sind durch diesen Insolvenzantrag mehr als 10.000 Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht."

Die Personal-Service-Agenturen (PSA) sollen Arbeitslose über Zeitarbeit in eine neue dauerhafte Beschäftigung vermitteln. Zielgruppe der PSA sind kurzfristig vom Arbeitsamt nicht vermittelbare Arbeitslose, die aber beschäftigungsfähig und damit auch verleihbar an Firmen sind.

Fristlose Kündigung der BA

Die BA erklärte, wegen des Insolvenzantrags habe man Maatwerk die Erlaubnis für den Verleih von Arbeitnehmern entziehen müssen. Ohne diese Erlaubnis entfalle nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz aber die Vertragsgrundlage der BA mit Maatwerk. Deshalb habe die BA-Zentrale die betroffenen Behörden aufgerufen, die PSA-Verträge mit Maatwerk fristlos zu kündigen.

Seit Eröffnung der ersten PSA im April 2003 wurden den Angaben zufolge rund 1000 Veträge zwischen den Agenturen für Arbeit und den PSA-Trägern geschlossen, 40 seien vorzeitig beendet worden. Insgesamt stünden derzeit etwa 44.000 Plätze für Leiharbeitnehmer bei den PSA zur Verfügung, von denen 32.000 besetzt seien. Seit April seien 6375 Personen von den PSA in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gewechselt. Die BA sprach von „begrenzten Eingliederungserfolgen“, die auf der gegenwärtigen konjunkturellen Schwäche beruhten.

Die BA-Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen bezeichnete die Maatwerk-Insolvenz als herben Schlag. Nun setze man auf eine verstärkte Vermittlung der Arbeitslosen auch mit Unterstützung Dritter und auf Kurzqualifizierung in Trainingsmaßnahmen. „Auch die Vermittlung in andere PSA oder Zeitarbeit ist denkbar.“