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Teures Wohnen Nicht nur die Kaltmieten steigen: So sehr belasten Heizkosten die Mieter

Teures Wohnen: Nicht nur die Kaltmieten steigen: So sehr belasten Heizkosten die Mieter
© Christin Klose/ / Picture Alliance
Die Mieten in Deutschland steigen bislang meist moderat. Doch die Nebenkosten, allen voran die Heizkosten, treiben die Gesamtausgaben fürs Wohnen nach oben. Es ist klar, dass die Mieter deutlich mehr zahlen werden.

Fragt man den Mieterbund, wie hoch die Nebenkosten in Deutschland sind, lautet die Antwort: 2,17 Euro pro Quadratmeter und Monat. Wer in einer 100-Quadratmeter-Wohnung lebt, zahlt also 217 Euro an Nebenkosten zur Kaltmiete. Dieser Durchschnitt wird gerade in Ballungsgebieten schnell übersprungen: In Hamburg zahlen Mieter 3,18 Euro pro Quadratmeter und Monat an Betriebskosten, in NRW lag der Betrag bei rund 2,29 Euro. In Darmstadt werden 2,43 Euro fällig. Die Daten basieren auf den Abrechnungen des Jahres 2018.

Doch die Angebotsmieten zeigen, dass sich seit der letzten Erhebung und dem Ist-Zustand einiges getan hat. Genau gesagt: Es ist deutlich teurer geworden. Lag der Anteil der Betriebskosten bei 20 bis 25 Prozent, zahlen Mieter häufig schon 30 Prozent zur Kaltmiete dazu. Dass dies keine Seltenheit ist, bestätigen auch die Untersuchungen des IW  Köln. Die Wirtschaftsexperten haben im aktuellen Wohnebenkostenreport im Auftrag der "d.i.i. Deutsche Invest  Immobilien" herausgefunden, wie sehr Mieter durch die Betriebs- oder Nebenkosten belastet werden. Die schlechte Nachricht der Ökonomen: Die Nebenkosten werden weiter anziehen, eine Trendumkehr ist nicht zu erwarten, berichtet die "Wirtschaftswoche". 

Heizkosten steigen in Deutschland

In den zehn Jahren zwischen 2010 und 2020 seien die Betriebskosten um knapp 12 Prozent gestiegen und somit weniger stark als die Mieten mit 14,3 Prozent oder die Verbraucherpreise, die in dem Zeitraum um rund 13,5 Prozent gestiegen sind. Allerdings: In diesen Kosten sind ja allerlei Nebenkosten vereint. Die Gehweg- und Treppenhausreinigung, die Pflege des Gartens, der Hauswart, das Kabelfernsehen oder die Grundsteuer. Schaut man sich nur die Ausgaben fürs Heizen an, zeigt sich schnell: Dieser Kostenpunkt stieg schneller als die Nettokaltmiete und verteuert damit das Wohnen besonders schnell. 

Allerdings sind die Kosten fürs Heizen stark schwankend, was mit den Temperaturen im Winter zu tun hat. In milden Wintern zahlen Mieter deutlich weniger als in strengen Frostwintern. Und auch der Mieter kann durch sein Heiz- und Lüftungsverhalten Einfluss auf die Ausgaben nehmen. Wer das Fenster auch in den Wintermonaten dauerhaft kippt, statt regelmäßiges Stoß-Lüften einzusetzen, muss mit deutlich höheren Heizkosten rechnen. Aber: Auch der Vermieter ist nicht unbeteiligt. Denn ist das Haus energetisch ein Albtraum, hat der Mieter wenig Spielraum. Schlecht isolierte Fenster, marode Dämmung oder ineffizient Heizungsanlagen belasten den Geldbeutel des Mieters. 

Die explodierenden Kosten fürs Heizen in diesem Jahr werden den Trend der anziehenden Betriebskosten befeuern. Experten erwarten, dass sich im Jahr 2021 das Heizen mit Gas um etwa 13 Prozent verteuern wird, mit Öl soll es sogar um bis zu 44 Prozent teurer werden. Dazu kommt, dass die CO2-Umlage steigt: Für private Haushalte verteuert sich das Heizen mit Gas um 0,65 Cent pro Kilowattstunde. Auch wer mit Öl heizt, muss sich auf höhere Ausgaben einstellen. Durch die schrittweise Anhebung der CO2-Abgabe wird ein Durchschnittshaushalt in den Jahren 2021 bis 2026 insgesamt 1608 Euro allein für die CO2-Abgabe für Öl zahlen müssen, hat Check24 errechnet. 

kg

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