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Job-Expertin "Warum sollten wir Sie einstellen?" – so sollte man im Bewerbungsgespräch antworten

Im Bewerbungsgespräch sollte man auf die richtige Balance aus Selbstbewusstsein und Bescheidenheit achten
Im Bewerbungsgespräch sollte man auf die richtige Balance aus Selbstbewusstsein und Bescheidenheit achten, rät eine Job-Expertin.
© Getty Images
Die Frage "Warum sollten wir Sie einstellen?"  ist ein Klassiker im Bewerbungsgespräch. Doch statt ellenlanger Monologe sollte man bei der Antwort auf drei konkrete Dinge achten, empfiehlt eine Job-Expertin.

Die erste Hürde ist geschafft: Man hat eine Einladung zum Bewerbungsgespräch erhalten. Doch der neue Job ist damit noch längst nicht in der Tasche. Denn in den Job-Interviews stellen der zukünftige Chef oder die Personalabteilung mitunter fiese Fragen. Einer der Klassiker: "Warum sollten wir Sie einstellen?" Alternative Formulierungen sind "Warum sind Sie die perfekte Besetzung für die Stelle?" oder "Wie werden wir von Ihnen und Ihrer Mitarbeit profitieren?"

Egal wie die Frage formuliert ist, am Ende möchte die Personalabteilung herausfinden, warum sie sich für einen und damit gegen all die anderen, womöglich ebenso gut qualifizierten Kandidatinnen und Kandidaten entscheiden sollte. Die Frage ist bewusst offen formuliert, schließlich soll man etwas über sich preisgeben. Nur: Was antwortet man am besten auf diese Frage, um Eindruck zu schinden, ohne die Wahrheit zurechtzubiegen oder über das Ziel hinauszuschießen?

Diese drei Dinge sollte man beachten

J.T. O'Donnell ist Gründerin und Chefin von "Work It Daily", einer Online-Plattform, die Menschen bei der Lösung ihrer größten Karriereprobleme hilft. Sie hat mehr als 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Personalwesen (HR), Recruiting und Karriere-Coaching. Beim US-Sender "CNBC" erklärt sie, wie man auf die Frage "Warum sollten wir Sie einstellen?" aus ihrer Sicht am besten reagiert.

"Seien Sie spezifisch bei den wichtigsten Stärken und Qualifikationen", lautet O'Donnells erster Rat. Denn selbst wenn man viele Stärken hat, bedeutet das nicht, dass man über alle davon sprechen sollte. Stattdessen rät sie, sich auf zwei oder maximal drei der wichtigsten Fähigkeiten zu fokussieren, welche für die Stelle zwingend erforderlich sind. 

Ebenso wichtig: Bloß nicht mit Beispielen geizen. "Bringen Sie Ihre relevanten Fähigkeiten zur Geltung, indem Sie für jede eine kurze Geschichte oder ein Beispiel anführen. Denn sicher, Sie können vielleicht gut mit Menschen umgehen, aber wie haben Sie das in einem früheren Job erfolgreich demonstriert?"

Statt einer vagen Antwort wie "Ich habe bereits ein Team geleitet und viele Erfahrungen im Social-Media-Bereich" sollte man möglichst präzise Details einbauen, die auch Einblicke in die eigene Arbeits-Philosophie liefert. "Ich habe mehr als sechs Jahre Erfahrung als Marketing-Manager und Teams von bis zu sieben oder mehr Mitarbeitern geleitet. Mein Ziel ist es, den Leuten immer zuzuhören, was sie brauchen, um ihre Arbeit zu erledigen. In meinen vorherigen Rollen konnte ich meine Teams motivieren, die Quartalserwartungen zu erfüllen und zu übertreffen. Ich habe auch einen starken Hintergrund im Social-Media-Marketing. Letztes Jahr habe ich den Start einer riesigen Kampagne geleitet, die unsere Social-Media-Followerschaft um 2000 Prozent wachsen ließ", lautet eine von O'Donnels Beispielantworten.

Damit die Antwort auf diese Frage nicht in einen minutenlangen, selbstbeweihräuchernden Monolog abgleitet, sollte man auf die richtige Balance zwischen Selbstbewusstsein und Bescheidenheit achten. "Vermeiden Sie es, zu großspurig rüberzukommen." Personalverantwortlichen sei es in der Regel wichtig, dass man geerdet ist und gut mit anderen Menschen zusammenarbeiten wird. "Die besten – und sympathischsten – Mitarbeiter sind nicht egoistisch oder eigennützig. Sie haben ein echtes Verlangen, in ihrem Unternehmen einen starken, konstruktiven Unterschied zu machen."

Bloß nicht übermütig sein

O'Donnell räumt auch mit einem allgemeinen Irrglauben auf: In dem Bestreben, sich vom Rest der Bewerberinnen und Bewerber abzuheben, lassen sich viele zu möglichst gewagten Aussagen hinreißen. Das geht aber meist nach hinten los. "Man muss nicht übermütig sein. Es geht vielmehr darum, zu zeigen, dass Sie sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht haben, was Ihre besten Eigenschaften sind, warum sie Sie einzigartig machen und wie Sie diese nutzen wollen, um einen Mehrwert zu schaffen und in die Unternehmenskultur zu passen."

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