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Projekt in Schweden: Warum der 6-Stunden-Arbeitstag in Schweden nicht funktioniert

Mehr Freizeit, höhere Motivation: Nur noch sechs Stunden pro Tag arbeiten - das wurde in Schweden getestet. Das Projekt sollte die Mitarbeitermotivation fördern und den Krankenstand reduzieren. Jetzt zeigt sich: Der Test ist gescheitert.

Arbeitstag: 6-Stunden werden zu teuer

Arbeitstag: Schweden verlängert das 6-Stunden-Projekt nicht

Was kann man gegen unmotivierte Mitarbeiter machen, die auch noch ständig krank sind? Während das ein oder andere Unternehmen eher daran basteln würde, wie man sich von solchen Mitarbeitern trennen kann, gibt es seit einigen Jahren Versuche in Schweden, diesem Problem ganz anders zu begegnen. Das Toyota-Werk in Göteborg machte 2003 den Anfang und reduzierte die tägliche Arbeitsstundenzahl der Mitarbeiter auf sechs Stunden. Der Test war ein Erfolg, dem Beispiel folgten weitere Firmen. 

Ende 2016 lief ein Pilotprojekt in einem Altenheim in Göteburg, Schwedens zweitgrößter Stadt, aus. Gerade in Gesundheitsberufen und in der Pflege sollte das Experiment die Motivation erhöhen, die Pflege für die Patienten verbessern und die Krankheitstage reduzieren. Das im Februar 2015 gestartete Projekt wurde nun ausgewertet.

Testergebnis: 6-Stunden-Tag ist viel zu teuer

Tatsächlich hätten sich die Mitarbeiter besser gefühlt, seien motivierter gewesen und auch seltener krank, berichtet "Bloomberg". Doch die Stadt Göteborg denke nicht über eine Verlängerung der Testphase oder gar eine Ausweitung des Projekts nach. Der Grund dafür: Der zweijährige Testlauf sei viel zu teuer gewesen.

Denn durch die reduzierte Tagesarbeitszeit mussten mehr Menschen eingestellt werden, schließlich sollte das 6-Stunden-Experiment ohne Lohneinbußen für die Angestellten getestet werden. Doch der Test hat rund zwölf Millionen Kronen verschlungen, umgerechnet mehr als 1,2 Millionen Euro.  

"Es ist mit deutlich höheren Kosten verbunden", sagte Daniel Bernmar, der für die Verwaltung der Altenpflege verantwortlich ist, gegenüber "Bloomberg". "Es ist viel zu teuer, um eine generelle Verkürzung der Arbeitszeit innerhalb eines vernünftigen Zeitrahmens durchzuführen." 

Weitere Tests in Schweden zum verkürzten Arbeitstag

In einem anderen Testlauf fielen die Ergebnisse noch ernüchternder aus als in Göteborg. Auch ein Seniorenheim im schwedischen Umeå hatte auf den 6-Stunden-Tag gesetzt. Im Herbst 2016 wurden die Ergebnisse ausgewertet - und sie fielen erschreckend aus. Der Krankenstand stieg nämlich in dem Zeitraum von acht auf 9,3 Prozent, so die schwedische Zeitung "Sundsvalls Tidning". Für das Projekt wurden 4,5 Millionen schwedische Kronen, umgerechnet etwas weniger als 500.000 Euro, ausgegeben. Damit war das Projekt zwar nicht sündhaft teuer, dennoch hatten sich die Schweden ein deutlich besseres Ergebnis erhofft.

Ein weiterer Grund, warum der Test in Göteborg nicht in die Verlängerung geht, sei auch dass die Zahl der Wochenarbeitsstunden in Schweden im historischen Verlauf mit Blick auf das vergangene Jahrhundert, sowieso sinkt, so "Bloomberg". Auf nationaler Ebene sei daher eine Einführung der 6-Stunden-Tage nicht vorgesehen. Das Problem der Überarbeitung ist in Schweden wohl einfach nicht groß genug: Nur ein Prozent der Schweden arbeitet derzeit mehr als 50 Stunden pro Woche, hat die größte schwedische Jobseite Indeed herausgefunden.

Allerdings gab es auch finanziell positive Effekte. So sanken die Ausgaben für Arbeitslosenhilfe, da mehr Menschen Arbeit fanden, um die 6-Stunden-Tage zu kompensieren. Rund 4,7 Millionen Kronen (knapp 500.000 Euro) konnten eingespart werden. Daniel Bernmar will das Projekt zumindest nicht komplett begraben, nur weil es finanziell aufwendig ist. "Ich persönlich glaube an kürzere Arbeitszeiten als langfristige Lösung", sagte er. "Je reicher wir werden, desto mehr müssen wir diesen Reichtum auf andere Weise einsetzen, als durch ein neueres Auto oder mehr Konsum.".

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.