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Ärztestreik: Jetzt streiken die kommunalen Kliniken

Nach dem dreimonatigen Arbeitskampf an den Universitätskliniken haben die Ärzte-Streiks an den etwa 700 kommunalen Krankenhäusern begonnen. Die Arbeitgeber erwarten starke Einschränkungen für die Patienten.

Der Ärztestreik an städtischen Kliniken und Kreiskrankenhäusern hat begonnen. In Frankfurt- Höchst versammelten sich etwa 50 Mediziner vor dem Haupteingang der Städtischen Kliniken und bekräftigten mit Trillerpfeifen und Transparenten ihre Forderungen nach mehr Geld und besseren Arbeitsbedingungen. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund will zunächst in vier Bundesländern den Arbeitskampf beginnen. Betroffen sind Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein.

Starke Einschränkungen für Patienten

Der Verhandlungsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA), Otto Foit, rechnet mit starken Einschränkungen für die Patienten durch den Streik. Er fürchte, dass dieser Arbeitskampf die Patienten härter treffen werde als die Streiks an Uni-Kliniken, sagte Foit im ARD-"Morgenmagazin". "Die kommunalen Häuser sind verantwortlich für die Vor-Ort-Versorgung." Er werde alles tun, die Streiks zeitlich zu begrenzen oder gar abzuwenden. Die vollständige Übernahme des Tarifvertrags der Unikliniken sei allerdings nicht möglich. Dies sei auch nicht notwendig, da die Klagen der Uniärzte über Arbeitsüberlastung und andere Probleme nicht auf die kommunalen Krankenhäuser zuträfen.

Der Marburger Bund bewege sich mit der Streikaktion ins Abseits, sagte Foit. Der Tarifvertrag, den die Ärztevertretung mit den Ländern abgeschlossen habe, sei für die Kommunen unbezahlbar. "Wir haben eine Budgetsteigerungsrate gesetzlich festgelegt von 0,63 Prozent und da passt die Forderung von 30-prozentiger Gehaltserhöhung wie sie der Marburger Bund erhebt, nicht hinein".

Der Ärztegewerkschaft Marburger Bund zufolge sollen zunächst unter anderem Klinken in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg bestreikt werden. In einer Urabstimmung hatten sich 97 Prozent der Mitglieder des Marburger Bundes an Kreiskrankenhäusern und städtischen Klinken für den Ausstand ausgesprochen. An den kommunalen Spitälern arbeiten etwa 70.000 Ärzte. Sie fordern mehr Gehalt und einen spezifischen Tarifvertrag. Für die 22.000 Ärzte an Unikliniken hatte es nach dreimonatigem Arbeitskampf einen Abschluss gegeben.

DPA/Reuters / DPA / Reuters