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arbeiten-ausland: Arbeiten in Großbritannien

Etwa 89 Prozent der Bevölkerung Großbritanniens lebt in Städten, davon rund 40 Prozent in den sieben großen städtischen und industriellen Ballungszentren der Insel. Sie erstrecken sich im Umfeld der Städte London, Manchester, Liverpool, Sheffield, Birmingham, Newcastle und Leeds.

Arbeitserlaubnis: Staatsangehörige von EU- und EWR-Ländern haben das Recht, ohne Arbeitserlaubnis im Vereinigten Königreich zu leben und zu arbeiten. Erforderlich ist eine Arbeitserlaubnis jedoch für die Kanalinseln und die Isle of Man. Bürger anderer Staaten brauchen in jedem Fall eine Arbeitserlaubnis und können ihre Arbeit nur aufnehmen, wenn die Stelle nicht mit einem EU-Bürger besetzt werden kann.

Arbeitsvertrag: Es gibt nur wenige gesetzliche Vorschriften für Arbeitsverträge. Ratsam ist, darauf zu achten, dass Eintrittstermin, Probezeit, die Stellung des Arbeitnehmers im Unternehmen und die Höhe des Gehaltes schriftlich fixiert sind. Dasselbe gilt für die Urlaubsdauer, da es außer bei Feiertagen keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub gibt. Die Probezeit beträgt meist drei bis sechs Monate. Zusätzliche Sozialleistungen und Nebenleistungen wie Kündigungsfristen und Firmenwagen sollten auch im Vertrag stehen. Ansonsten gelten Kündigungsfristen von einer bis zu zwölf Wochen. Abfindungen sind üblich, sollten aber auch Bestandteil des Vertrages sein.

Arbeitszeit: Die Dauer der Arbeitszeit ist sehr unterschiedlich, beträgt jedoch im Durchschnitt 35 bis 40 Stunden wöchentlich für Vollzeitbeschäftigte. In zahlreichen Branchen sind Überstunden ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitszeit.

Aufenthaltsgenehmigung: Mit der Einreise erhalten EU-Bürger automatisch eine Aufenthaltsgenehmigung für sechs Monate. In Großbritannien gibt es keine Meldepflicht. Vor Ablauf der sechs Monate muss ein Antrag auf Verlängerung gestellt werden. Für EU-Bürger sind fünf Jahre üblich. Wer diese Aufenthaltsgenehmigung besitzt, kann nach vier Jahren einen Antrag auf unbefristeten Aufenthalt erhalten. Entsprechende Antragsformulare (ECC1) und weitere Informationen gibt es beim Immigration and Nationality Department im Vereinigten Königreich.

Gehalt: Ein 13. Monatsgehalt ist in Großbritannien nicht üblich. Urlaubsgeld wird im Allgemeinen gezahlt. Die Gehälter liegen im Großraum London rund zehn Prozent höher als im Rest des Landes. Verglichen mit Deutschland liegt das Gehaltsniveau etwa zehn Prozent niedriger, dafür ist die Steuerlast in Großbritannien jedoch geringer. In Spitzenpositionen lässt sich mehr verdienen als in Deutschland. Im Vereinigten Königreich werden Lohnsteuer und Sozialabgaben vom Arbeitgeber einbehalten. Arbeitnehmer benötigen eine »National Insurance Number«, die das örtliche Büro der Contributions Agency vergibt.

Soziale Absicherung: Das soziale System in Großbritannien bietet eine Reihe beitragspflichtiger und kostenfreier Leistungen. Leistungen aus Beitragszahlungen an die Sozialversicherung decken Krankheit, Arbeitslosigkeit, Mutterschaft, Witwenversorgung, Alter und Invalidität ab. Kostenfreie Leistungen werden bei Bedarf gewährt und basieren auf der Höhe des Einkommens zur Zeit des Anspruchs. Arbeitnehmer, die nicht im Ausland versichert bleiben, müssen sich im Sozialversicherungsbüro »Social Security Office« bei der britischen Sozialversicherung anmelden. Das britische Gesundheitswesen steht jedem Einwohner des Landes zur Verfügung. Die Leistungen umfassen ärztliche und zahnärztliche Behandlungen sowie Krankenhausaufenthalte. Zum Teil können EU-Bürger diese Leistungen in Anspruch nehmen. Anspruch auf Rente haben Frauen ab 60 und Männer ab 65 Jahren.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Bei kranheitsbedingtem Ausfall sieht das Gesetz eine Krankengeldzahlung für die Dauer von 28 Wochen vor. Errechnet wird das Krankengeld auf der Grundlage des Arbeitsentgelts.

Urlaub: Grundsätzlich haben alle Arbeitnehmer Anspruch auf 20 Tage Jahresurlaub. Die Urlaubsdauer beträgt im Durchschnitt zwischen 20 und 27 Tagen. Hinzu kommen acht Feiertage.

Visum: Bürger der EU und des EWR brauchen kein Visum, gültiger Personalausweis oder Reisepass genügen. Wer einem anderen Staat angehört und nach Großbritannien einreisen will, um dort zu wohnen oder zu arbeiten, benötigt als erstes eine Einreisegenehmigung.