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arbeiten-ausland: Arbeiten in Schweden

Schweden ist eine der größten Industrienationen Europas. Wichtige Industriezweige sind der Maschinen- und Fahrzeugbau, die elektrische und elektronische Industrie sowie die Holz- und Papierindustrie.

Arbeitserlaubnis: Bürger der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums benötigen keine Arbeitserlaubnis. Staatsbürger anderer Länder brauchen eine Arbeitserlaubnis.

Arbeitsvertrag: Arbeitsverträge sind wie die meisten Fragen im Bereich des Arbeitsrechts durch Tarifverträge geregelt. Individuelle Arbeitsverträge sind selten. Lohn- und Gehaltsfragen werden jedoch einzeln ausgehandelt. Mündlich oder sogar stillschweigend geschlossene Verträge sind rechtsverbindlich; es ist jedoch ratsam, einen schriftlichen Vertrag zu schließen. Dieser sollte folgende Angaben enthalten: Namen und Anschrift des Arbeitgebers, eine Beschreibung der Tätigkeit, Dauer und Art der Beschäftigung, Kündigungsfrist, Arbeitsentgelt und Zahlungsmodalitäten, Urlaubsanspruch, normale Arbeitszeit und geltende Tarifverträge. Entsprechend dem Gesetz von 1982 über die Sicherheit des Arbeitsplatzes kann ein Vertrag für ein befristetes Probearbeitsverhältnis abgeschlossen werden, wobei die Probezeit zwölf Monate nicht übersteigen darf. Wenn der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer nach Ablauf der Probezeit das Beschäftigungsverhältnis nicht fortsetzen möchte, ist dies der anderen Partei spätestens bei Ablauf der Probezeit mitzuteilen. Erfolgt keine solche Mitteilung, so wird das Probearbeitsverhältnis in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis umgewandelt. Wenn nicht anders vereinbart, kann das Probearbeitsverhältnis bereits vor Ablauf der Probezeit beendet werden. Dies bedarf keiner Begründung. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate und mehr, je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit.

Arbeitszeit: Die Dauer der Arbeitszeit ist im Arbeitszeitgesetz geregelt. Die normale Wochenarbeitszeit liegt bei 40 Stunden. Die Stundenzahl kann jedoch auch in Tarifverträgen vereinbart werden. Im Sommer haben Angestellte oft kürzere Arbeitszeiten. Arbeitnehmer haben Anspruch auf mindestens 36 Stunden Freizeit in einem Zeitraum von sieben Tagen, gewöhnlich am Wochenende. Außerdem haben sie Anspruch auf Ruhezeiten im Laufe des Arbeitstags, so dass sie normalerweise nicht mehr als fünf Stunden ohne Unterbrechung arbeiten.

Aufenthaltsgenehmigung: Wer sich länger als drei Monate in Schweden aufhalten will, benötigt eine Aufenthaltserlaubnis (uppehållstillstånd). Zu diesem Zweck ist es nötig, bei der örtlichen Polizeibehörde vorzusprechen und das Einreisedokument (Reisepass oder Personalausweis) sowie einen Beschäftigungsnachweis mitzubringen. Die nächsten Familienangehörigen haben ebenfalls Anrecht auf eine Aufenthaltserlaubnis. In der Regel wird sie für fünf Jahre erteilt.

Gehalt: Nicht üblich sind in Schweden Weihnachtsgeld sowie ein 13. oder 14. Monatsgehalt. Ausnahmen gibt es nur in den höheren Gehaltsstufen. Mit Urlaubsgeld können Arbeitnehmer im Allgemeinen rechnen. Die Lebenshaltungskosten sind etwas höher, die Gehälter etwa 10 Prozent niedriger als in Deutschland. Die Belastung durch Steuern und Abgaben ist hoch, doch sind in den Steuern bereits die Sozialabgaben enthalten.

Soziale Absicherung: Jeder, der in Schweden wohnt, ist durch die schwedische Krankenkasse (Försäkringskassan) versichert. Eine persönliche Anmeldung ist unter Angabe des Einkommens und des Arbeitsortes erforderlich. Die Arbeitslosenversicherung ist bis heute noch freiwillig. Ihre Leistungen liegen bei 80 Prozent des letzten Bezugsentgelts, mindestens jedoch 54, höchstens 130 DM täglich, und werden für unter 57jährige 300 Tage und für über 57jährige 450 Tage ausgezahlt. Die Altersgrenze ist auf 65 Jahre angehoben worden.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Das Gesetz sieht vor, dass arbeitsunfähige Arbeitnehmer Anspruch auf Krankengeld von ihrem Arbeitgeber über einen Zeitraum vom zweiten bis zum 13. Krankheitstag haben. Danach erhalten Kranke eine entsprechende Unterstützung aus dem staatlichen Krankenversicherungssystem. Für die ersten beiden Tage beläuft sich das Geld auf 75 Prozent des Arbeitsentgelts, vom vierten bis dreizehnten Tag zahlt der Arbeitgeber 90 Prozent des Arbeitsentgelts. In Tarifverträgen können Ausnahmen von dieser Regel vereinbart werden. Die Zahlung von Krankengeld aus dem staatlichen Krankenversicherungssystem wird von den Sozialversicherungsbüros abgewickelt. Die Höhe der Leistungen richtet sich nach dem Einkommen. Um Krankengeld zu bekommen, muss der Beschäftigte seinen Arbeitgeber oder das Sozialversicherungsbüro über seine Erkrankung informieren. Weitere Informationen zum Thema soziale Absicherung erteilt der Nationale Sozialversicherungsträger Riksförsäkringsverket.

Urlaub: Arbeitnehmer haben Anspruch auf mindestens 25 Urlaubstage. Zusätzliche Tage müssen tarifvertraglich vereinbart werden. Zudem gibt es zwölf gesetzliche Feiertage. Mindestens vier Wochen Urlaub am Stück sind im Zeitraum Juni-August zu nehmen, sofern nicht tarifvertraglich etwas anderes vereinbart wurde.

Visum: Nach dem schwedischen Ausländergesetz (Utlänningslagen) ist für die Einreise nach Schweden oder den Aufenthalt im Land ein Visum erforderlich. Ausnahmen von dieser Grundregel gibt es z. B. für EU-Bürger und für Personen, die die Staatsangehörigkeit eines Landes haben, mit dem Schweden eine Vereinbarung über Visumsfreiheit getroffen hat.

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