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Arbeitslosenstatistik: "Sehr, sehr gute Zahlen"

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni überraschend deutlich auf den niedrigsten Stand seit November 2004 gesunken. Banken-Volkswirte sprechen von einer positiven Entwicklung, die nicht nur an der WM festzumachen sei.

Im Juni sind in Deutschland 4,397 Millionen Arbeitslose gezählt worden. Dies seien 138.000 weniger als im Mai und 383.000 weniger als im Juni vorigen Jahres, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Donnerstag mit. Die Arbeitslosenquote sei um 0,3 Punkte auf 10,5 Prozent gesunken. Saisonbereinigt ging die Erwerbslosenzahl von Mai auf Juni um 49.000 zurück. Nach Einschätzung der BA zeigt die wirtschaftliche Besserung allmählich deutlichere Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise sprach von einer erfreulichen Entwicklung. Die Arbeitslosigkeit sei stärker gesunken als für einen Juni üblich. Zudem bewege sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wieder auf dem Vorjahresniveau. Darüber hinaus sei die Nachfrage nach Arbeitskräften nach wie vor hoch. Zum Rückgang der Arbeitslosenzahl hätten auch die intensivere Betreuung der Arbeitslosen und die gemeinnützigen Ein-Euro-Jobs beigetragen. In diesen so genannten Arbeitsgelegenheiten waren im Mai nach den neuesten BA-Zahlen etwa 290.000 Arbeitslosengeld-II-Bezieher beschäftigt, etwa 111.000 mehr als vor einem Jahr.

"Robuste und solide Konjunktur"

Banken-Volkswirte sprachen von einer positiven Entwicklung. Sie hatten im Schnitt mit einem saisonbereinigten Rückgang um nur 30.000 gerechnet. "Das sind sehr, sehr gute Zahlen", sagte Ulrike Kastens vom Bankhaus Sal. Oppenheim. "Ein Teil geht sicherlich auch auf die Fußball-WM zurück, aber wir gehen generell auch davon aus, dass der Funke der Konjunkturerholung sich am Arbeitsmarkt bemerkbar machen wird." Peter Meister von der BHF-Bank äußerte die Erwartung, dass die positive Entwicklung in den nächsten Monaten anhalten werde. Brian Mandt von der Postbank sagte, der Arbeitsmarkt profitiere von der sehr robusten und soliden Konjunktur. Eine gute Arbeitsmarktentwicklung sei auch eine Stütze für den privaten Konsum: "Insgesamt ist der Cocktail für eine wirklich robuste binnenwirtschaftliche Erholung gemixt."

Reuters / Reuters