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Arbeitsmarkt: Überstundenzahl sinkt 2002 auf Rekordtief

Die Zahl der in Deutschland geleisteten Überstunden ist einem Zeitungsbericht zufolge wegen der anhaltenden Konjunkturflaute in diesem Jahr auf einen neuen Tiefststand gesunken.

Die Zahl der in Deutschland geleisteten Überstunden ist einem Zeitungsbericht zufolge wegen der anhaltenden Konjunkturflaute in diesem Jahr auf einen neuen Tiefststand gesunken.

Niedrigster Wert seit der Vereinigung


Die Beschäftigten hätten 2002 insgesamt 1,684 Milliarden bezahlte Überstunden gemacht und damit 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr, berichtete die Zeitung "Die Welt" am Dienstag unter Berufung auf Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg. Es handele sich um den niedrigsten Wert seit der Vereinigung. Hauptursache für diese Entwicklung sei die Konjunkturkrise. Auch die wachsende Nutzung von Arbeitszeitkonten habe zu dem Rückgang beigetragen. Das Bundesarbeitsministerium in Berlin war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Arbeitsplätze für eine Million Menschen


Nach Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeit entspreche der Überstundenstand einem Beschäftigungsgegenwert von gut einer Million Menschen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Überstunden könnten jedoch nicht ohne weiteres in Arbeitsplätze umgerechnet werden, da die meisten Überstunden von hoch qualifizierten Fachkräften geleistet würden, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Wolfgang Wiegard, dem Blatt. An diesen Fachkräften herrsche auf dem deutschen Arbeitsmarkt ohnehin ein Mangel. Das Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung erwartet in der ersten Hälfte des neuen Jahres eine weitere Verschlechterung der Arbeitsmarktlage. Im Februar werde mit rund 4,5 Millionen Arbeitslosen gerechnet, im Jahresdurchschnit 2003 mit rund 4,2 Millionen, hatte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn vor einigen Tagen erklärt.

Im Durchschnitt entfielen dem Zeitungsbericht zufolge auf jeden Beschäftigten im zu Ende gehenden Jahr rund 49 bezahlte Überstunden. Während die Mehrarbeit im Westen in den vergangenen zehn Jahren etwa konstant geblieben sei, habe es im Osten einen Rückgang um 31 Prozent gegeben.