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Ausbildung: 600.000 Jugendliche suchen eine Lehrstelle

In diesem Jahr werden sich voraussichtlich mehr als 600.000 Jugendliche um eine Lehrstelle bewerben. Das berichtet Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn.

In diesem Jahr werden sich voraussichtlich mehr als 600.000 Jugendliche um eine Lehrstelle bewerben. Das sind gut 28.000 mehr, als im vergangenen Jahr Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden. Diese Zahlen nannte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn aus dem Berufsbildungsbericht 2003, den das Kabinett einen Tag nach dem Berliner Lehrstellengipfel von Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften beschloss.

Lehrstellenschwund

Dem Bericht zufolge hatten zu Beginn des Lehrjahres am 30. September 2002 insgesamt 23.383 Jugendliche noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Erst zum Jahresende habe es einen "annähernden Ausgleich von Angebot und Nachfrage" gegeben.

Bulmahn wies erneut darauf hin, dass im Vergleich zum selben Zeitpunkt des Vorjahres derzeit mehr als 58.000 betriebliche Lehrstellen weniger gemeldet sind. Dieser Schwund müsse rückgängig gemacht werden. Vor allem müsse der Anteil der ausbildenden Betriebe von zurzeit unter 30 Prozent deutlich gesteigert werden.

Unternehmen sind aufgefordert, Plätze zu schaffen

Die Teilnehmer des Ausbildungsplatzgipfels hatten sich ungeachtet ihrer Differenzen in Einzelfragen auf das gemeinsame Ziel verständigt, auch in diesem Jahr allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen eine Lehrstelle anzubieten. Die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) veröffentlichte einen Aufruf an alle Unternehmen, auch in der momentan schwierigen wirtschaftlichen Situation alle Möglichkeiten zum Erhalt und zur Schaffung von Ausbildungsplätzen auszuschöpfen. Gefordert seien insbesondere Betriebe, die bisher nicht ausgebildet hätten. "Es geht darum, heute auf breiter Basis und kontinuierlich den Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften auszubilden, um auch morgen die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der Wirtschaft zu sichern", heißt es in dem Appell.