Auslandsjobs Arbeiten in der Ferne gut überlegen


Wer außerhalb der Bundesrepublik auf Jobsuche gehen will, muss sich vorab umfassend informieren und vor allem gut vorbereiten.

Wer heute ins Ausland strebt muss sich vorab gut informieren. "Viele Träume vom Auslandsjob scheitern oft schon an der Sprache", sagt Sabine Seidler von der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) in Bonn. "Es sei denn, man will nach Österreich oder in die Schweiz." In allen anderen Ländern ist - wenn nicht die Landessprache - doch eine der Weltsprachen Englisch, Spanisch oder Französisch gefragt. Nahezu jede längere anspruchsvolle Tätigkeit im Ausland setzt eine abgeschlossene Berufsbildung, entsprechende Praxis und Anpassungsfähigkeit an den Kulturkreis voraus. Deutsche Firmen suchen von sich aus Fachkräfte, um sie in die Ferne zu entsenden - in eigene Niederlassungen oder Partnerunternehmen. Aber auch private und halbstaatliche Einrichtungen wie Institute, Organisationen oder Kirchen schicken Mitarbeiter in andere Länder.

Bezüge werden durch Zuschüsse marktgerecht aufgestockt

Das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) in Frankfurt vermittelt mit entwicklungspolitischem Auftrag Deutsche in alle Welt. In Montenegro wird beispielsweise eine Fachkraft für Tourismusförderung gesucht, das Zentralkrankenhaus der Hauptstadt Lilongwe im afrikanischen Staat Malawi hat eine Gynäkologen-Stelle frei. "Die Anstellungen erfolgen beim lokalen Arbeitgeber auf der Basis von Ortsverträgen", erläutert Rosemarie Füglein vom CIM. Die Gehälter liegen auf "ortsüblichem" Niveau. "CIM stockt diese Bezüge durch Zuschüsse marktgerecht auf", sagt die Sprecherin. Etwa 1.250 auf Zeit entsandte deutsche Fachkräfte arbeiten derzeit weltweit im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn bei Frankfurt. "Das Interesse an Entsendungen ist groß, wir haben sehr viele Bewerber", sagt Ulrich Heise vom GTZ-Management und nennt je nach Position und Aufgaben Verdienstmöglichkeiten "zwischen 3.000 und 7.000 Euro monatlich plus Zuschüsse". Entsprechend hoch sind die geforderten Qualifikationen.

Nach den Ferien häufen sich die Nachfragen

"Es gehen pro Jahr 80.000 Anfragen ein", sagt Sabine Seidler. Vermittelt wurden im vergangenen Jahr 6.498 Arbeitskräfte in alle Welt, etwa 70 Prozent davon in westeuropäische Staaten. An zweiter Stelle standen die USA. "In Europa waren es Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Norwegen und Spanien, und zwar in dieser Reihenfolge", erläutert Seidler. Am Ende der Ferien, wenn die Menschen aus einem Urlaubsland begeistert zurückkehren, häufen sich bei der ZAV die Nachfragen. "Im Infocenter klingeln die Telefone auch mehr als sonst, wenn wieder eine Folge der Traumschiff-Serie gelaufen ist", erzählt Sabine Seidler. Doch die Berater machen dem Anrufer dann schnell klar, dass keine Traumjobs zu vergeben sind und die Arbeit im Ausland mindestens so ernst genommen werden muss wie hierzulande.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker