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Vor die Selbständigkeit hat der Gesetzgeber erst einmal diverse Behördengänge gesetzt. Wenn Sie sich nicht strafbar machen oder zumindest ein Bußgeld riskieren wollen, kommen Sie um ein paar Amtswege nicht herum.

Vor die Selbständigkeit hat der Gesetzgeber erst einmal diverse Behördengänge gesetzt. Wenn Sie sich nicht strafbar machen oder zumindest ein Bußgeld riskieren wollen, kommen Sie um ein paar Amtswege nicht herum.

GEWERBEAMT EINFACH ANMELDEN

Jeder Selbständige - außer den Freiberuflern -benötigt einen Gewerbeschein. Den müssen Sie beim Bezirksamt persönlich abholen; er kostet rund 30 Mark. Gefragt sind Ihre Daten, die Daten des neuen Betriebes - etwa, wieviele Mitarbeiter Sie beschäftigen wollen. Bei bestimmten Jobs brauchen Sie außerdem noch eine spezielle Genehmigung. Und dann können Sie loslegen. Praktisch: Die Durchschläge der Anmeldung leitet das Gewerbeamt an Berufsgenossenschaft, Finanzamt, Gewerbeaufsicht und Kammer weiter. Die Steuernummer vom Finanzamt kommt dann automatisch.

GENEHMIGUNG: EXTRAKOSTEN KALKULIEREN

Einen Handwerksbetrieb dürfen Sie ohne vorherigen Eintrag in die Handwerksrolle nicht eröffnen. Für eine ganze Reihe von Tätigkeiten benötigen Sie eine Erlaubnis des zuständigen Wirtschafts- oder Ordnungsamtes - etwa für das Makeln von Immobilien, von Finanzdienstleistungen oder für den Betrieb eines Lokals. Ob Sie diese Erlaubnis bekommen, hängt von Ihrer »persönlichen Zuverlässigkeit« ab. Die prüft das Amt anhand verschiedener Daten. Zum einen müssen Sie beim Meldeamt persönlich ein polizeiliches Führungszeugnis abholen (15 Mark). Außerdem benötigen Sie einen Auszug aus dem Gewerbezentralregister - eine Art Führungszeugnis für Firmen (15 Mark). Dann prüft das Bezirksamt, ob Offenbarungseide oder auch Pfändungsaufträge gegen die Erlaubnis sprechen. Schließlich müssen Sie noch zahlen: 1300 Mark kostet etwa die Erlaubnis, als Immobilienmakler zu arbeiten.

FINANZAMT: KLEIN ANFANGEN

Freiberufler müssen nicht zum Gewerbeamt, dafür aber zum Finanzamt. Dort beantragen Sie eine Steuernummer. Auf einem Fragebogen sind einige Fragen nach künftigen Umsätzen und Gewinnen zu beantworten. Niedrige Angaben sind besser, da nach diesen Schätzungen erst einmal Ihre Einkommensteuer-Vorauszahlung festgesetzt wird. Falls Sie Ihren Gewinn allzu niedrig ansetzen, sollten Sie die fällige Steuernachzahlung im Folgejahr einkalkulieren.

BERUFSGENOSSENSCHAFT: UNFALLSCHUTZ FÜR UNTERNEHMER

Die Berufsgenossenschaften (BGs) tragen bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit die finanziellen Folgen. Solange Sie noch keine Leute beschäftigen, ist die Mitgliedschaft freiwillig. Der Beitrag hängt von der Versicherungssumme und den Gefahren Ihres Jobs ab: Wenn Sie 100.000 Mark Jahreseinkommen absichern wollen, zahlen Sie so im Schnitt 1400 Mark jährlich. Bei Vollinvalididtät schüttet die BG dann eine lebenslange Rente von 66.000 Mark aus. Außerdem bezahlt sie eine nötige Umschulung. Welche Berufsgenossenschaft für Ihre Branche zuständig ist, erfahren Sie bei den IHK´s oder Handwerkskammern.

Sobald Sie Mitarbeiter beschäftigen ist die Migliedschaft bei der Berufsgenossenschaft Pflicht. Sie müssen dann rund 1,40 Prozent des Bruttolohns, den Sie Ihren Leuten zahlen, an die Berufsgenossenschaft abführen. Vorsicht: Die BG schickt bei Neuanmeldungen von Betrieben auch Aufsichtsbeamte in Betriebe - vor allem, wenn in irgendeiner Form Chemikalien im Spiel sind. Damit soll sichergestellt werden, daß Arbeitsplätze sicher sind. Falls nicht, kann die Genossenschaft Ihrer Existenz als Jung-Unternehmer ganz schnell ein Ende machen - und Ihren Laden dicht machen.

ANLAUFSTELLE ARBEITSAMT

Beim Arbeitsamt wird Ihr Unternehmen unter einer Betriebsnummer geführt. Wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen, müssen Sie das dem Arbeitsamt melden und Ihre Betriebsnummer in den Versicherungsnachweis Ihrer Beschäftigten eintragen. Die Betriebsnummer müssen Sie auch dann beantragen, wenn Sie ein bereits bestehendes Unternehmen übernehmen..

Das Arbeitsamt ist außerdem eine gute Adresse, wenn Sie trotz knapper Mittel Mitarbeiter suchen: Wenn Sie einen Arbeitslosen einstellen, bekommen Sie hohe Lohnkostenzuschüsse.

KRANKENKASSE: BEITRÄGE SPAREN

Angestellte und Arbeiter müssen von Ihnen binnen 14 Tagen nach Arbeitsaufnahme einer Krankenkasse angemeldet werden. Die Kasse kann Ihr Mitarbeiter selbst bestimmen. Falls Ihre Leute keine Präferenzen haben, sollten Sie Ihnen eine Kasse mit niedrigen Beitragssätzen an Herz legen. Denn das lohnt sich auch für Sie: Jährlich können Sie so pro Mann und Nase bis zu 1000 Mark Arbeitgeberbeitrag sparen. Besonders günstige Tarife bieten die Betriebskrankenkassen an. So liegt etwa der Satz bei der bundesweiten BKK für Heilberufe bei 11,9 Prozent pro Monat. Zum Vergleich: Bei der AOK müssen Sie als Arbeitgeber jeden Monat bis zu 3,4 Prozent mehr für den Krankheitsschutz Ihres Mitarbeiters zahlen.

HANDELSREGISTER: EINTRAG MIT FOLGEN

Wenn Sie Ihr Unternehmen in Form einer GmbH führen, müssen Sie beim Amtsgericht eintragen lassen. Das kostet extra, denn für die Formalitäten benötigen Sie einen Notar.

Als Kleingewerbetreibende - und zu denen zählen Sie als Gründer, wenn Sie allein einen Betrieb eröffnen - haben Sie zunächst mit dem Handelsregister nichts zu tun. Erst ab bestimmten Umsatzgrößen, die von Branche zu Branche variieren, ist der Eintrag möglich, später sogar Pflicht. Bei einem Dienstleistungsbetrieb können Sie sich etwa ab 200.000 Mark Jahresumsatz eintragen lassen; ab 350.000 Mark ist der Eintrag obligatorisch.

Bei einer Reihe von Gewerben ist die Eintragung unabhängig von der Rechtsform Pflicht, etwa wenn Sie sich auf den An- und Verkauf von Waren spezialisieren, Güter befördern, als Verleger tätig sind oder Bankgeschäfte betreiben. Wichtig zu wissen: Der Handelsregister-Eintrag ist gut für´s Image. Viele Unternehmen machen Geschäftsbeziehungen von einem Eintrag im Handelsregister abhängig. Er ändert aber auch mit einem Schlag Ihren rechtlichen Status: Sie gelten jetzt als Vollkaufmann und unterliegen dem strengeren Handelsrecht.


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