Bundesweite Aktion Warnstreiks in Kitas und Jugendämtern


Bundesweit sind am Mittwoch zahlreiche Kindertagesstätten geschlossen geblieben. Die Gewerkschaften Verdi und GEW hatten zu Warnstreiks in Kitas, Sozialeinrichtungen und Jugendämtern aufgerufen. Sie fordern von den kommunalen Arbeitgebern einen Gesundheitstarifvertrag für die rund 220.000 Angestellten im Sozial- und Erziehungsdienst.

Mehrere tausend Eltern konnten ihre Kinder am Mittwoch nicht wie gewohnt in die Kita bringen. Deutschlandweit blieben zahlreiche Kindergärten für Stunden oder sogar den ganzen Tag geschlossen. Auch Mitarbeiter von Jugendämtern und Sozialdiensten kamen nicht zur Arbeit. Ver.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatten bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen, um ihrer Forderung nach besseren Bedingungen für die rund 220.000 bei Kommunen angestellten Erzieher und Sozialarbeiter Nachdruck zu verleihen. Nach Angaben einer ver.di-Sprecherin in Berlin beteiligten sich rund 19.000 Beschäftigte an den Warnstreiks und Kundgebungen. In zahlreichen deutschen Großstädten wurden um 10 Uhr bunte Luftballons in den Himmel geschickt.

Der Schwerpunkt der Aktionen lag nach Gewerkschaftsangaben in Nordrhein-Westfalen. Dort versammelten sich mehr als 4500 Menschen in 23 Städten zu Protestveranstaltungen, in Dortmund blieben fast alle städtischen Kindergärten geschlossen. Mehr als 1000 Kindergärtnerinnen aus ganz Rheinland-Pfalz protestierten vor dem Mainzer Rathaus. Zu einer Kundgebung in Hannover kamen etwa 2000 Beschäftigte, in Frankfurt versammelten sich rund 900 zu einer Infoveranstaltung. Auch in Süddeutschland legten zahlreiche Sozialarbeiter und Erzieher die Arbeit nieder, in München formierte sich ein Demonstrationszug, in Stuttgart gingen 1000 Beschäftigte auf die Straße. Hamburg und Berlin waren die einzigen Großstädte, in denen es am Mittwoch keine Warnstreiks gab. In vielen Orten wurde eine Notbetreuung für Kinder organisiert.

Ver.di fordert einen tarifvertraglich geregelten Gesundheitsschutz von oftmals überforderten Erziehern und Sozialarbeitern. Nach Gewerkschaftsangaben können sich nur 58 Prozent der Sozialarbeiter und 26 Prozent der Erzieher vorstellen, bei den gegenwärtigen Arbeitsbedingungen das Rentenalter gesund zu erreichen. "Die Arbeitgeber machen keine Anstalten, auf uns zuzugehen", kritisierte Achim Meerkamp vom ver.di-Bundesvorstand. Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte die Verhandlungen am 30. April für gescheitert erklärt. An diesem Donnerstag soll die Urabstimmung über unbefristete Streiks beginnen. Das Ergebnis soll am 14. Mai feststehen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes befinden sich in Deutschland rund 2,25 Millionen Kinder in Kindertageseinrichtungen. Insgesamt gibt es bundesweit knapp 50.000 Kindertagesstätten, davon etwa 17.000 in kommunaler Trägerschaft.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) nannte die Forderung nach besserem Gesundheitsschutz vorgeschoben, um Forderungen nach einem neuen Bezahlungssystem und mehr Geld Nachdruck zu verleihen. Bis 2011 gelte noch der Tarifvertrag und damit die Friedenspflicht, betonte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. Er warf den Gewerkschaften vor, verantwortungslos zu sein. "Der Streikaufruf der Gewerkschaften ist unnötig. Er trifft die Kinder und ihre Eltern und bringt uns inhaltlich nicht weiter."

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes befinden sich in Deutschland rund 2,25 Millionen Kinder in Kindertageseinrichtungen. Insgesamt gibt es bundesweit knapp 50.000 Kindertagesstätten, davon etwa 17.000 in kommunaler Trägerschaft.

DPA/AP AP DPA

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