DISKUSSION »Relikt steinzeitlicher Bildungsplanung«


Arbeitgeberpräsident Hundt fordert die Abschaffung der ZVS in ihrer jetzigen Form. Unterststützung erhält er vom Hochschulexperten George Turner.

Der Ruf von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt nach Abschaffung der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen, kurz ZVS, findet Widerhall. Der Hochschulexperte und ehemalige Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz, George Turner, unterstützte im Deutschlandradio Berlin Hundts Vorstoß. Die Auflösung der ZVS würde zwar zunächst zu einer Mehrbelastung der Universitäten führen, sagte Turner. Er räumte ein, dass deshalb einige Hochschulen vor dem Verfahren zurückscheuten. Langfristig führe jedoch kein Weg an mehr Wettbewerb und einer Auflösung der Behörde vorbei. Immerhin sei mit der Verringerung der Zahl der Studienfächer, die dem Numerus Clausus unterliegen, ein Schritt in die richtige Richtung getan worden, fügte Turner hinzu.

Zu einer Servicestelle umgestalten

Arbeitgeberpräsident Hundt fordert die Auflösung der ZVS in ihrer jetzigen Form. »Diese planwirtschaftliche Behörde passt nicht mehr in die moderne Hochschullandschaft«, heißt es in einer am Sonntag in Berlin von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände verbreiteten Erklärung ihres Präsidenten Hundt. Seiner Meinung nach muss das »Relikt steinzeitlicher Bildungsplanung« durch das Recht der Universitäten auf eine selbstständige Auswahl ihrer Studierenden ersetzt werden: »Die Kultusminister müssen den Hochschulen die Möglichkeit eröffnen, die Studierenden selbst auszusuchen.« Genauso wie sich Auszubildende direkt bei den Betrieben um eine Lehrstellen bewerben, sollten sich auch Studenten unmittelbar bei einer Hochschule um einen Studienplatz bemühen können. Hundt plädiert dafür, die ZVS zu einer Servicestelle umzugestalten, die bei der Suche nach einem Studienplatz helfe und über die bestehenden Angebote und Anforderungen der Hochschulen informiere.


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