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Studienplatz: Ich will hier rein!

Auswahlgespräche sind nur ein Weg, um an die Uni zu kommen. Immer mehr Hochschulen gehen diesen Weg und suchen sich ihre Studenten selbst aus.

Die Bewerbung

1. Es gibt so genannte zulassungsfreie Fächer - für diese schreibt man sich direkt an der Hochschule ein, an der man studieren möchte. Extra bewerben muss man sich nicht. An jeder Uni sind andere Fächer zulassungsfrei - bei der Hochschule nachfragen!

2. Die zulassungsbeschränkten Fächer: Wer sich in einem solchen Fach immatrikulieren (einschreiben) will, muss dafür ausgewählt sein. Dann erst gibt es den begehrten Zulassungsbescheid. Ausgewählt wird man aufgrund der Abi-Note - oder der Wartezeit, die seit dem Abitur vergangen ist. Achtung: Ein Parkstudium an einer deutschen Hochschule gilt nicht als Wartezeit!

Man unterscheidet zwischen einem örtlichen und einem bundesweiten Auswahlverfahren. Beim örtlichen Auswahlverfahren legt jede Hochschule ihren eigenen Numerus clausus (NC) fest. Neben den Abi-Noten können auch die oben erwähnten Eignungstests sowie andere Faktoren (zum Beispiel eine Lehre vor dem Studium) entscheidend sein. Das bundesweite Auswahlverfahren gilt für die Studiengänge Pharmazie, Medizin, Zahnmedizin, Betriebswirtschaft, Biologie, Psychologie, zum Wintersemester auch für das Fach Tiermedizin. Die Plätze werden für ganz Deutschland von einer einzigen Stelle verteilt: der ZVS, der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen in Dortmund. Das Bewerbungsformular liegt dem ZVS-Info bei, das in allen Schulen, Arbeitsämtern und den Studienberatungen der Unis ausliegt. Bewerbungsschluss für ZVS-Fächer ist der 15. Juli für Wintersemester und der 15. Januar für das Sommersemester.

Die Studienplatzverteilung

Wenn es für ein zulassungsbeschränktes Fach mehr Bewerber als Studienplätze gibt, gehen einige leer aus. Ein paar Tricks, doch noch einen Studienplatz zu ergattern:

Wer sich für ein hochschulinternes NC-Fach bewirbt, kann das an so vielen Hochschulen tun, wie er will - dadurch erhöhen sich die Chancen. Schließlich ist der NC für ein und dasselbe Fach von Uni zu Uni unterschiedlich.

Wer sich über die ZVS bewirbt und abgewiesen wird, kann auf das Losverfahren hoffen: Viele Unis haben kurz vor oder nach Studienbeginn Restplätze zu vergeben, die dann verlost werden. Infos bei den Studienberatungen oder Studentensekretariaten.

Außerdem darf jede Uni in ZVS-Fächern 24 Prozent der Plätze über ein Uni-internes Auswahlgespräch vergeben, ab dem Wintersemester 2004/ 2005 werden es sogar bis zu 50 Prozent sein. Allerdings werden im kommenden Wintersemester nur 14 Prozent der Unis von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Die ZVS weist den Unis dann dreimal so viele Bewerber zu wie noch Plätze zu vergeben sind - die Chancen stehen also 1 : 3. Tipps, wie man sich auf so ein Gespräch vorbereitet, im Artikel oben.

Abgelehnt

Wen Hochschule oder ZVS nicht studieren lassen wollten, der kann auf das Nachrückverfahren warten. Hier werden Plätze an Bewerber vergeben, die abgelehnt wurden.

Riskanter, weil nicht planbar ist der Quereinstieg: Man schreibt sich in ein Fach ein, das dem Traumfach nahe steht. Wer zum Beispiel keinen Pharmazie-Studienplatz erhält, schreibt sich in Chemie ein und bewirbt sich in einem höheren Semester direkt an derselben Universität für den gewünschten Studienplatz. Klausuren und studierte Semester lässt man sich anrechnen. Der Haken: Dass der geplante Fachwechsel klappt, ist nicht garantiert. Man sollte ein solches Vorgehen unbedingt vorab mit der Zentralen Studienberatungsstelle der jeweiligen Hochschule besprechen.

Manchmal gibt es auch verwandte Studiengänge mit unterschiedlichen Zugangsmodalitäten, beispielsweise kann ein Fach im Diplomstudiengang zulassungsbeschränkt sein, während es im Magisterstudiengang frei zugänglich ist. Oder das gleiche berufliche Ziel - etwas Arbeit in der Suchtberatung - kann über verschiedene Studiengänge wie Diplompädagogik, Psychologie, Sozialwissenschaft/Soziologie oder Sozialpädagogik angesteuert werden. Eine weitere Möglichkeit sind die so genannten Kapazitätsklagen - einige Anwälte haben sich darauf spezialisiert. Der Hochschule wird unterstellt, sie sei nicht voll ausgelastet und könne noch Studenten aufnehmen. Auf diesen Tatbestand wird die Hochschule dann verklagt. Jetzt muss die Hochschule beweisen, dass sie tatsächlich voll ausgelastet ist - aber dieser Beweis kann nicht immer erbracht werden. Nachteil: Das Verfahren ist langwierig, teuer (1.000 bis 2.000 Euro) und nicht immer erfolgreich. Fachanwälte nennt der Anwalt-Suchservice.

Der Studienplatztausch

Wer seinen Studienplatz tauschen will, weil er in einer anderen Stadt studieren möchte, braucht einen Tauschpartner, der das gleiche Fach im gleichen Semester studiert. Die Tauschpartner findet man über schwarze Bretter an den Hochschulen, über Tageszeitungen oder den Verein für studentische Belange, VSB. Für 5,10 Euro kann man sich in die VSB-Tauschlisten eintragen lassen, die regelmäßig an den schwarzen Brettern der Universitäten ausgehängt und im Internet veröffentlicht werden. VSB, Postfach 1829, 53008 Bonn.

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