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Einsatz auf Zeit: "Zeitarbeit ist der beste Seismograph der Wirtschaft"

Immer mehr Akademiker sehen Leiharbeit als Brücke in ein festes Arbeitsverhältnis. Die Zeitarbeitsfirmen spüren die sinkende Nachfrage als erste, doch sie wittern auch den nahenden Aufschung.

Einsatz auf Zeit - das ist seit drei Jahren das Los von Jens Rosenfeld. Über eine Zeitarbeitsfirma kam der Politologe vor drei Jahren zum Messtechnikhersteller Agilent Technologies in Böblingen bei Stuttgart und später zu Philips. Vorausgegangen waren zahlreiche erfolglose Bewerbungen und eine Weiterbildung zum Vertriebsassistenten. Seit Januar 2002 arbeitet Rosenfeld wieder bei der Ex-Tochter des Computerriesen Hewlett Packard in Böblingen. Er hoffe sehr auf eine Festanstellung, sagt der 32 Jahre alte Leiharbeiter. "Aber: Lieber Zeitarbeit als keinen Job."

Jens Rosenstolz ist kein Einzelfall. "Zunehmend sehen auch Akademiker Zeitarbeit als Brücke in den Arbeitsmarkt", sagt der Bundesgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen - iGZ, Werner Stolz. Bei Leiharbeitsfirmen habe sich der Akademiker-Anteil seit dem Jahr 2000 teils auf zehn Prozent verdoppelt. Der Verband vertritt 400 mittelständische Unternehmen mit je 80 bis 2000 Zeitarbeitskräften. Diese werden befristet bei deren Kunden, Firmen und Verwaltungen, eingesetzt.

Vermittlungsrate ist niedriger

Doch die schlechte Konjunktur trifft Zeitarbeitsfirmen ebenso wie andere Unternehmen. "Die Vermittlungsrate ist derzeit um 10 bis 20 Prozent geringer als in konjunkturell besseren Zeiten", sagt der Geschäftsführer der Hamburger Firma jobs in time, Jürgen Uhlemann. Nach Angaben des Bundesverbandes Zeitarbeit (BZA) verlor die Branche seit dem Jahr 2000 jährlich 10 bis 15 Prozent Umsatz - nach acht Jahren Umsatzplus von 20 Prozent pro Jahr. Im Jahr 2001 erzielten 4123 Zeitarbeitsfirmen einen Gesamtumsatz von 6,4 Milliarden Euro.

"Zeitarbeit ist der beste Seismograph der Wirtschaft", meint Uhlemann. Stolz bekräftigt: "Bei schlechter Konjunktur wird Zeitarbeit als erstes abgebaut, um die Stammbelegschaft zu sichern." Umgekehrt sei es bei einem Aufschwung, der sich aktuell in Süddeutschland andeute. "Unsere dortigen Mitgliedsbetriebe melden seit acht Wochen wieder verstärkte Nachfrage nach Zeitarbeit." Großen Bedarf gebe es bei Zulieferern und im kaufmännischen Bereich.

Veränderte Unternehmenskultur

"In der Vergangenheit war Zeitarbeit ein reines Instrumentarium bei Krankheit oder saisonalen Überhängen", sagt Uhlemann. "Seit Anfang der 90er Jahre greift ein Großteil der Unternehmen zunehmend auf Zeitarbeit zurück, um flexibler reagieren zu können." Sogar Manager auf Zeit ziehen immer häufiger in die Chefetagen deutscher Firmen ein - bei drohenden Insolvenzen sowie bei Umsatzeinbrüchen oder dem Fehlen von Nachfolgern. Seit Anfang August sind die rund 6000 Interim-Manager im Dachverband Deutscher Interim Manager (DDIM) organisiert.

Erfahrungswerte zeigen, dass Übernahmerate nicht gering ist

Der BZA, der 200 größere Betriebe mit insgesamt rund 100.000 Arbeitnehmern vertritt, zählte Ende 2001 in der Summe 781.973 Leiharbeiter. Das waren rund 280.000 mehr als 1997. Knapp ein Viertel davon waren Frauen (23 Prozent). Ein Drittel arbeitete in der Metall- und Elektrobranche, die zweitgrößte Gruppe (26,6 Prozent) wurde beispielsweise als Lagerarbeiter oder Küchenhelfer eingesetzt. Knapp 14 Prozent fanden eine Arbeit in der Dienstleistungsbranche, 13 Prozent in der Verwaltung. Seit Jahren erhält nach BZA-Angaben fast jeder dritte Leiharbeiter eine Festanstellung in der Firma, die ihn zunächst auf Zeit beschäftigte.

Im Frühjahr handelten die Gewerkschaften erstmals Tarifverträge für die Leiharbeitsbranche aus. Sie sollen spätestens von Januar 2004 an in der Fläche greifen und Zeitarbeitskräften unter anderem einen Mindeststundenlohn von 6,85 Euro garantieren. Die beiden Verbände BZA und iGZ schlossen jedoch unterschiedliche Verträge ab. Gemeinsam hoffen Verbände und Zeitarbeitsfirmen durch die Tarifverträge auf eine Belebung des Geschäfts in ihrer Branche.

Jörn Bender / DPA
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.