HOME

Nur ein Unternehmen sticht heraus: Nur 54 Flüchtlinge eingestellt: Blamable Bilanz der Dax-Konzerne

Eine Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zeigt: Die großen deutschen Konzerne stellen bislang so gut wie keine Flüchtlinge ein. Allein ein Unternehmen hat eine nennenswerte Zahl vorzuweisen.

Flüchtling alls Praktikant im Autohaus

Flüchtlinge haben es noch schwer, in deutschen Unternehmen Fuß zu fassen

Die deutsche Wirtschaft hat in der Flüchtlingsfrage stets die damit verbundenen Chancen betont. Daimler-Chef Dieter Zetsche sah in den Neuankömmlingen sogar die "Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder". Knapp ein Jahr nach diesem Satz fällt die Bilanz ernüchternd aus, wie eine Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zeigt.

Die Zeitung fragte alle 30 Dax-Unternehmen, wie viele Flüchtlinge sie tatsächlich fest eingestellt haben. Das Ergebnis: 54. Gemessen daran, dass die Konzerne insgesamt rund 3,5 Millionen Beschäftigte haben, ist diese Zahl geradezu lächerlich gering. Genaugenommen hat sogar nur ein einziger Konzern wirklich etwas vorzuweisen: die Deutsche Post, auf die 50 Einstellungen entfallen. Dazu kommen noch jeweils zwei Arbeitsplätze beim Softwarekonzern SAP und dem Pharmahersteller Merck. Dieter Zetsches Daimler-Konzern hat ebenso wie die übrigen Dax-Unternehmen keinen einzigen Flüchtling fest eingestellt.

Viele Flüchtlinge sind keine Fachkräfte 

Das erhoffte Wirtschaftswunder lässt noch auf sich warten. Ein Großteil der Flüchtlinge muss - abgesehen vom Erhalt einer Arbeitserlaubnis - erst die Sprache lernen und nötige Qualifikationen erwerben, um für Fachtätigkeiten in Frage zu kommen.

Immerhin: Beim Thema Praktikumsplätze und Ausbildung zeigen sich die Dax-Konzerne offener für Flüchtlinge. Laut der FAZ-Umfrage haben sie insgesamt rund 2700 Praktikumsplätze zusätzlich für Flüchtlinge geschaffen, von denen bislang 500 besetzt wurden. Auch hier entfallen allein 1000 Angebote auf die Deutsche Post. Daimler bietet immerhin 300 Plätze an, bei Thyssen-Krupp sind es 230 und bei BMW 200 Plätze.

Von den 300 zusätzlichen Ausbildungsplätzen, die die Konzerne nach eigenen Angaben für Flüchtlinge geschaffen haben, sind erst wenige besetzt. BMW, Continental und Eon bieten zudem jeweils eine zweistellige Zahl an Einstiegsqualifizierungen, eine Art Vor-Ausbildung für Jugendliche. 

bak