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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Warum der Kranich seit 50 Jahren in meinem Herzen nistet

Jedes Jahr werden Millionen für Werbekampagnen ausgegeben, um Verbraucher von Marken zu überzeugen. Es gibt aber auch Bindungen zu Marken, die brauchen keine finanziellen Mittel, um sie aufrecht zu erhalten. Frank Behrendt flog mit vier Jahren zum ersten Mal mit der Lufthansa und er liebt die Marke noch immer.

Lufthansa Boeing 707

Lufthansa Boeing 707

Als wir müde wurden, rollten sich mein kleiner Bruder Ulf und ich in Decken zu Füßen meiner Eltern vor der Sitzreihe zusammen und schliefen glücklich ein. Ich weiß nicht mehr, was wir geträumt haben, aber unser letzter Blick aus dem ovalen Fenster galt den Wolken, die wie Wattebäusche unter dem Flugzeugflügel mit den beiden großen Triebwerken aussahen und von einem zauberhaften Licht erleuchtet wurden.

Es war der erste Flug meines Lebens und die Boeing 707 war im April 1967 für mich ein absoluter Dreamliner. Ich erinnere mich auch noch ganz genau, wie fasziniert ich von der Besatzung war: Alle trugen goldene Anstecknadeln mit einem Lufthansa-Schriftzug und dunkelblaue Uniformen. Das Essen war wunderbar auf den kleinen Tabletts und zu trinken gab es soviel man wollte. Und als wir auch noch ins Cockpit durften, war für uns kleine Jungs klar: Das Paradies war in der Luft!

Aktuell bestimmen Meldungen über die finanzielle Bruchlandung von Air Berlin die Medien. Sicher, es wird am Ende eine Lösung geben. Aber ob die rot-weiße Marke, bei der es zum Abschied immer ein Schokoherz gab, künftig noch am Himmel bleibt, steht aktuell in den Sternen. Viele schwärmen auch von Airlines aus den Emiraten, oder buchen da, wo es am billigsten ist. Ich habe immer ohne zu murren mehr bezahlt, wenn ich dafür mit einer Marke unterwegs war, die ich wirklich mochte.

Keine Frage, auch ich habe schon mal mit Flugausfällen und Verspätungen meiner Lieblingsairline zu kämpfen gehabt. Aber es hat mich nicht davon abgehalten, dem Kranich bis heute die Treue zu halten. "Echte Liebe ist bedingungslos, ohne wenn und aber", hat mir mal ein wunderbarer älterer Herr im Altersheim zugeflüstert und dabei die Hand seiner 93-jährigen Frau gedrückt. Wenn ich mein altes Schuco-Modellflugzeug vom Typ Boeing 707 der Lufthansa in die Hand nehme, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut. Dann bin ich wieder ein kleiner Junge und auf dem Weg nach Rio. Mit dem Kranich. Der Sonne entgegen.

Hyperloop


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.