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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Wenn das Licht des Lächelns plötzlich ausgeht

Es gibt Menschen, die mit ihrer positiven Ausstrahlung andere Menschen anstecken können. Man findet sie überall. Im Einzelhandel genauso wie im Fußballstadion. In der letzten Woche sind gleich zwei Menschen gestorben, die Frank Behrendt seit Jahren beeindruckt haben. 

Aus dem Laden geht man nie raus, ohne etwas gekauft zu haben. Es gibt einfach zu viel Schönes dort. Dazu kommt das großartige Personal, Berater mit Leib und Seele, unaufdringlich, einfach nett. Eine Verkäuferin stach dennoch heraus. Eigentlich hätte man auf die Beleuchtung im Geschäft verzichten können, die nette Dame mit dem wippenden blonden Pferdeschwanz strahlte hell genug.

Sie mochte ihre Kunden, interessierte sich für ihr Leben. Sie hatte Spaß an meiner Winnetou-Leidenschaft, ihr Vater hatte auch alle Karl-May-Bücher verschlungen. Immer wenn ich im Laden war, kamen wir auf das Thema.

Bei meinem vorletzten Besuch war sie nicht da. Als sie beim letzten auch fehlte, fragte ich die Kollegin. Der traurige Blick verhieß nichts Gutes. Und mein Gefühl trog mich nicht. Das strahlende Lächeln würde nie wieder in diesem Geschäft leuchten. Die nette Dame war gestorben, an einem Tumor. Ich war erschüttert, sie war erst 54 Jahre alt.

Vom Spielfeld des Lebens gegangen

Drei Tage später erreichte mich und alle anderen Anhänger des Revierclubs MSV Duisburg die traurige Nachricht, dass Vereinslegende Michael Tönnies, genannt "Tornado" überraschend mit 57 Jahren für immer vom Spielfeld des Lebens gegangen war.

Den Mann, der mit einer Spenderlunge lebte und trotz seines schweren Schicksals positive Energie verbreitete, hatte ich am Tag des Abstiegs des MSV letztmals in der Arena gesprochen. Er war, wie wir alle, enttäuscht, aber er klopfte mir auf die Schulter und sagte: "Kopf hoch Junge, es gibt Schlimmeres. Hauptsache man ist am Leben." Er wusste, wovon er sprach.

Wenn ich künftig in mein Lieblingsgeschäft und in die MSV-Arena gehe, werden zwei positive Säulen nicht mehr persönlich vor Ort sein. Aber ich bin sicher, dass ich sie dort weiter spüren werde. Es wird so sein, wie einst Trude Herr sang: "Niemals geht man so ganz, irgendwas von Dir bleibt hier."

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